Grüne "schockiert" über Pühringers Aussagen

2. März 2013, 17:39
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Für den Koalitionspartner sind die Aussagen Pühringers in keinster Weise nachvollziehbar

"Überrascht bis schockiert" zeigt sich der grüne Koalitionspartner von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) nach seiner "Warnung" vor Gleichstellung homosexueller Paare im Standard-Interview. "Damit, dass die ÖVP heute noch an solch tiefgreifend wertekonservativen Einstellungen festhält, haben wir nicht gerechnet", sagt Maria Buchmayr, Abgeordnete im oberösterreichischen Landtag und Menschenrechtssprecherin der Grünen.

Vor allem Pühringers Aussage, dass das "Grundbild" durch Regenbogenfamilien gestört werde, sei in keinster Weise für seinen Koalitionspartner nachvollziehbar. "Zum Glück ist das Land in der Gesetzgebungsmaterie schon einen gehörigen Schritt weiter als der Landeshauptmann", sagt Buchmayr. Im Jahr 2000 wurde in die oberösterreichische Landesverfassung ein Passus geschrieben, in dem sich das Land zur Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Menschen bekennt; in der vorangehenden Landtagsperiode wurde ein Anti-Diskriminierungsgesetz beschlossen.

Die Grünen würden nun auf ihren Koalitionspartner zugehen und sich um Gespräche bemühen wollen. „Unser Ziel ist undiskutabel die absolute Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare", sagt Buchmayr. "Alles andere ist absurd."

Auch die SPÖ Oberösterreich und die Homosexuelleninitiative Linz äußerten am Samstag Kritik an den Aussagen des Landeshauptmannes. (Katharina Mittelstaedt, red, derStandard.at, 2.3.2013)

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