Tiroler Lebenshilfe: Vorwurf der Zwangssterilisation ausgeräumt

2. März 2013, 13:10
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Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Organisation offenbar ein - 34-jährige Klientin hatte behauptet, zu Einverständniserklärung gezwungen worden sein

Innsbruck - Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Ermittlungen wegen einer angeblichen Zwangssterilisation an einer 34-jährigen Klientin der Tiroler Lebenshilfe eingestellt. Dies berichtete der ORF Tirol am Samstag. Die Frau hatte behauptet, durch zwei Mitarbeiter der Behindertenorganisation und einer Ärztin dazu genötigt worden zu sein. Bei der Staatsanwaltschaft wollte man dies auf APA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Der Tatverdacht sei laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, ausgeräumt, hieß es in dem ORF-Bericht. Die 34-Jährige sei vor vier Jahren auf eigenen Wunsch sterilisiert worden und nicht auf Druck von Mitarbeitern der Lebenshilfe. Dies ergebe sich aus Unterlagen der Klinik sowie einem danach eingeholten Gutachten.

Klientin wünscht neuerliche Prüfung

Laut ORF Tirol zeigte sich die Sachwalterin der Frau aber nach wie vor überzeugt, dass es sich um eine erzwungene Sterilisation gehandelt habe. Sie überlege Schritte, den Fall noch einmal prüfen zu lassen, hieß es. Bei der Lebenshilfe habe man sich erleichtert gezeigt und betont, man lehne Zwangssterilisationen als massive Menschenrechtsverletzung ab

Die 34-Jährige hatte Anfang Oktober 2012 gegenüber "Radio Ö1" angegeben, die Sterilisation sei im Jahr 2009 nach einem routinemäßigen Besuch bei einem Frauenarzt im Spital durchgeführt worden. Als ihr die Einverständniserklärung von einer Betreuerin und einem Arzt vorgelegt worden sei, habe sie sich geweigert. "Ich habe gesagt: Das will ich nicht unterschreiben. Ich habe das nicht einmal lesen dürfen. Irgendeiner hat dann gesagt, ich muss das unterschreiben, sonst flieg' ich aus der Lebenshilfe raus und bekomme Probleme", wurde die 34-Jährige damals zitiert. (APA, 2.3.2013)

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