Tina Maze kratzt an der Unsterblichkeit

2. März 2013, 12:25
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Slowenin gewinnt die Abfahrt in Garmisch und knackt den Maier-Punkte-Rekord. Moser als beste Österreicherin Fünfte

Garmisch-Partenkirchen - "Toll, toll, toll!" Eigenlob war angebracht. Denn Tina Maze hat in dieser Ski-Saison neue Maßstäbe gesetzt. Die Slowenin gewann am Samstag die Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen und knackte damit den 2.000-Punkte-Rekord von Hermann Maier im Weltcup. Die 29-Jährige hält sieben Rennen vor Schluss bereits bei 2.024 Zählern. Es war der neunte Saisonsieg sowie der 20. Podestplatz im 30. Rennen des Winters. Maze hat damit 2012/2013 Rennen in allen Disziplinen gewonnen, das gelang vor ihr nur der Salzburgerin Petra Kronberger (1990/91) und der Kroatin Janica Kostelic (2005/06).

Maze gewann auf der Kandahar 0,39 Sekunden vor der US-Amerikanerin Laurenne Ross und 0,50 vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch. Stefanie Moser wurde als Fünfte beste Österreicherin (0,80), sonst schaffte es keine ÖSV-Läuferin in die Top-Ten. Frühe Startnummern waren am Samstag nicht begünstigt. Nach einem Sturz von Alice McKennis (Nummer 12) kam die Sonne heraus und die Sicht wurde deutlich besser. Zu diesem Zeitpunkt waren aber beispielsweise die Österreicherinnen Anna Fenninger (schlussendlich 14.) und Regina Sterz (16.) bereits gefahren.

Nicht nur Glück

"Am meisten freut mich heute, dass ich die Abfahrt gewonnen habe. Ich bin dieses Jahr gut gefahren, aber nicht ohne Fehler gewesen. Bei meinem ersten Abfahrtssieg (2008 in St. Moritz/Anm.) war Glück dabei, da hatte ich Sonne und die anderen Nebel. Heute war es nicht Glück. Deshalb bin ich topzufrieden. Eine Abfahrt zu gewinnen, ist das Schönste, es ist eine sehr spezielle Disziplin", sagte Maze, die ihrem Erfolgs-Puzzle ein weiteres Steinchen hinzufügte. "Ich habe alles gewonnen in dieser Saison, nur die Abfahrt fehlte noch. Deshalb habe ich alles probiert."

Im Abfahrtsweltcup ist nur noch das Rennen beim Finale in Lenzerheide ausständig. Maze liegt ein Pünktchen hinter der verletzten, aber immer noch führenden Lindsey Vonn (USA). Das heißt, Maze muss in der Schweiz unter die Top-15 kommen, um sich das nächste Kristall nach jenem für den Gesamtweltcup und die Riesentorlaufwertung abzuholen. Kristallkugeln waren das Ziel von Maze für diesen Winter gewesen, die 2.000 Punkte von Maier aus der Saison 1999/2000 hatten nicht dazu gehört. "Aber wenn ich gut fahre, kommt das eh von selbst", hatte sie stets betont. Vonn war an diesem Vorhaben vergangenen Winter mit 1.980 Zählern nur knapp gescheitert.

"Ich habe dafür nicht viele Worte"

Wenn die 2.000er-Bestmarke dann aber doch erfolgreich erledigt vor einem liegt, dann ist das auch für Maze kaum zu beschreiben. "Es ist unglaublich, ich habe dafür nicht viele Worte. Nach so einer Saison ist es schwierig, die richtigen Worte zu finden. Die Konstanz über die ganze Saison verdanke ich der gemeinsamen Arbeit von meinem Team und mir. Das ist gute Organisation, gute Planung und gutes Material." Auch für die restlichen Saison hat sie noch viel vor. "Ruhig bleiben, konzentriert sein, Vollgas geben. Die Wertungen in Abfahrt, Super-G und Slalom sind noch offen."

Moser egalisierte ihr bestes Weltcupergebnis der Karriere, bereits vor Weihnachten in Lake Louise war sie Fünfte gewesen. "Es ist ein echt schöner Tag. Ich habe alles riskiert, es ist voll aufgegangen. Ich habe mich von Training zu Training gesteigert", sagte die 24-jährige Tirolerin, für die es nach dem starken Saisonauftakt nicht mehr nach Wunsch gelaufen ist. "Ich habe zu denken angefangen, wie ich das toppen oder bestätigen kann. Das war ein großer Fehler. Besser ist, ich konzentriere mich nur aufs Skifahren", weiß Moser heute.

Sie habe keine leichte Zeit hinter sich, deshalb sei sie nun überglücklich, das Problem in den Griff bekommen zu haben. "Ich bin um einiges lockerer geworden. Heute bin ich dafür beloht worden und deshalb bin ich überglücklich", sagte Moser. "Ich werde mich weiter konzentrieren und es wird dann schon noch irgendwann die Zeit kommen, wo ich ganz vorne mitfahren kann."

Fenninger in der Kurve

Mit ihren Fahren zufrieden sein durften auch Fenninger und Sterz, auch wenn sich das letztlich platzierungsmäßig nicht niederschlug. "Ich bin die Kurven gut gefahren, es hat mir getaugt. Die Zielkurve habe ich schon im Training nicht so gut erwischt, ich bin nicht ganz auf Zug gefahren. Vielleicht habe ich da ein bisschen Speed verloren", meinte Fenninger, die mit Nummer zehn an der Reihe war und die bis dahin führende Teamkollegin Sterz an der Spitze abgelöst hatte.

"Schauen wir mal, ich glaube, es hat ganz gut gepasst", sagte die Tirolerin Sterz. Da die Sichtbedingungen für die Topgruppe deutlich besser wurden, rutschten die ÖSV-Damen im Klassement weit zurück. Elisabeth Görgl wurde 17., Nicole Schmidhofer 25. und Andrea Fischbacher 30. (APA, 02.03.2013)

Ergebnis:

Abfahrt in Garmisch

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Maze trägt sich in die Geschichtsbücher ein.

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