Deutsche Telekom vor möglichen neuen Problemen in den USA

2. März 2013, 10:07
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Einflussreiche Investoren wollen Verschmelzung der Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem Rivalen MetroPCS verhindern

Die Deutsche Telekom muss sich in den USA mit rebellischen Investoren herumschlagen. Der Konzern will dort seine Mobilfunkttochter T-Mobile USA mit dem kleineren Anbieter MetroPCS verschmelzen. Doch der mit 9,9 Prozent an MetroPCS beteiligte Hedgefonds Paulson & Co. erklärte am Donnerstag, dass er das Geschäft in der derzeitigen Form ablehnen werde.

Das gemeinsame Unternehmen halse sich zu viele Schulden auf, begründete der Hedgefonds unter Führung der Wall-Street-Berühmtheit John Paulson seine Haltung und wiederholte damit frühere Bedenken. Er würde sich jedoch umstimmen lassen, wenn die Bedingungen neu ausgehandelt würden. Paulson verlangte etwa einen höheren Anteil am gemeinsamen Unternehmen für die MetroPCS-Aktionäre.

Die Telekom hatte im Herbst vergangenen Jahres den Zusammenschluss ihrer Sorgentochter mit dem Rivalen MetroPCS ausgehandelt. Der Bonner Konzern soll 74 Prozent am Gesamtunternehmen halten, der Rest läge bei den MetroPCS-Aktionären. Für den 28. März ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt, auf der diese das Geschäft absegnen müssen.

Das Management von MetroPCS steht weiterhin hinter dem Fusionsplan, wie es erklärte. Auch die Telekom will nicht an den Details des Zusammenschlusses rütteln. Paulsons Gegenwehr bedeutet allerdings eine erhöhte Unsicherheit, ob das Geschäft durchgeht. Auch der Vermögensverwalter Schoenfeld ist ein erklärter Gegner der Fusion in der jetzigen Form.

Die Telekom steht unter Druck, einen Partner für T-Mobile zu finden. In der Vergangenheit hatte die Tochter unter Kundenschwund gelitten, auch weil sie das in den USA besonders beliebte Apple iPhone nicht anbieten konnte. Der 39 Milliarden Dollar (29,71 Mrd. Euro) schwere Verkauf an den großen Wettbewerber AT&T schlug aber fehl, weil die US-Wettbewerbshüter intervenierten.

In MetroPCS fanden die Bonner einen neuen Partner, wenngleich sie bei diesem Deal mehrheitlich an T-Mobile beteiligt bleiben. T-Mobile ist der viertgrößte Mobilfunkanbieter der USA, MetroPCS ist die Nummer fünf. Beide gelten im Vergleich zur Konkurrenz als günstig. (APA/dpa, 02.03.2013)

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