Helmut Kohls Söhne bei Markus Lanz

1. März 2013, 18:19
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Wozu Fiktion, wenn das echte Leben viel härteren Stoff bietet?

In Deutschland sind die Quoten von Dallas wenig berauschend. Jetzt, nach dem ersten gemeinsamen TV-Auftritt der Söhne von Helmut Kohl, wird das wohl auch nicht besser werden.

Wozu Fiktion, wenn das echte Leben viel härteren Stoff bietet? Wie zwei Bären saßen Walter und Peter, die beiden Söhne des deutschen Altkanzlers, am Donnerstagabend bei Markus Lanz im ZDF - zwei physiognomische Abbilder des "Alten".

Lanz fragte brav ein paar Themen ab, war aber ohnehin nur Stichwortgeber. Die Kohl-Söhne hatten vor allem eine Mission, nämlich Anklage gegen Kohls zweite Frau, Maike Richter-Kohl zu erheben.

"Ich weiß nicht, ob das eine Beziehung im klassischen Sinne ist", sagt Peter und berichtet von einer Wohnung voller "Kohl-Fanartikel". Richter-Kohl sei wie die "Propaganda-Abteilung" des alten, kranken Vaters. Sie schotte ihn ab, die Söhne hätten keinen Zugang mehr. Es gebe auch Hinweise, dass Kohl schon während seiner ersten Ehe mit Maike ein Verhältnis gehabt habe.

Das alles tragen sie ruhig und unaufgeregt vor. Gerade deshalb sitzt jeder Stich. Natürlich fragt man sich, warum die zwei den Zerfall der Familie öffentlich zelebrieren. Es sei "eine Demonstration" für ihre Mutter Hannelore, sagt Walter. Man schaut fasziniert zu, schämt sich aber immerhin beim nächsten Gedanken ein bisschen: Hoffentlich kommt Maike bald mal in eine Talkshow. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 2./3.3.2013)

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