Des is a Hetz und kost net viel

2. März 2013, 17:00
  • Szenen der Erniedrigung: "Reibpartien" zeigen sofort nach dem Anschluss das unmenschliche Vorgehen gegen Juden.
    foto: archiv martin pollack

    Szenen der Erniedrigung: "Reibpartien" zeigen sofort nach dem Anschluss das unmenschliche Vorgehen gegen Juden.

  • Sogenannte Reibpartien im zweiten Bezirk in Wien, kurz nach dem Anschluss am 12. März 1938. Erschienen sind solche Aufnahmen in der Nazipresse nicht. Offenbar scheuten die Behörden davor zurück, aller Welt das wahre Gesicht des Nationalsozialismus so offen zu zeigen.
    foto: archiv martin pollack

    Sogenannte Reibpartien im zweiten Bezirk in Wien, kurz nach dem Anschluss am 12. März 1938. Erschienen sind solche Aufnahmen in der Nazipresse nicht. Offenbar scheuten die Behörden davor zurück, aller Welt das wahre Gesicht des Nationalsozialismus so offen zu zeigen.

  • Der Kohlmarkt, schwarz von Menschen: Das Ende Österreichs, von Österreichern bejubelt. 
Alle Fotos (Archiv Martin Pollack) werden nach der Erstpublikation im Standard-ALBUM dem Bildarchiv der ÖNB übergeben.
    foto: archiv martin pollack

    Der Kohlmarkt, schwarz von Menschen: Das Ende Österreichs, von Österreichern bejubelt.

    Alle Fotos (Archiv Martin Pollack) werden nach der Erstpublikation im Standard-ALBUM dem Bildarchiv der ÖNB übergeben.

Nach dem Anschluss im März 1938 kommt es in Wien zu Ausschreitungen gegen Juden - neu aufgetauchte Fotos belegen unmenschliche "Reibpartien"

Die junge Frau hockt auf der Straße, sich mit der rechten Hand abstützend, in der sie eine Bürste hält. Sie ist auffallend hübsch, hat ein apartes, fein geschnittenes Gesicht. Die kauernde Stellung, die Tätigkeit, die gewöhnliche Reibbürste, auf dem Foto deutlich zu erkennen, bilden einen absurd anmutenden Gegensatz zu ihrer eleganten Erscheinung, dem schicken Hütchen, der sorgfältig ondulierten Frisur, der Kostümjacke, den Stöckelschuhen. Die junge Frau kniet nicht, sondern sie hockt, sichtlich unbequem, sie möchte ihre Kleidung nicht schmutzig machen. Sie weiß, dass sie in diesem Moment, in dieser demütigenden Haltung, aufgenommen wird, sie blickt hoch, während der Fotograf auf sie herunterschaut und auf den Auslöser drückt.

Links hinter der Frau sehen wir, angeschnitten, einen Mann, ebenfalls hockend, und rechts einen zweiten, nach unten gebeugt. Von ihm ist nur der Kopf mit Hut im Bild. Was die beiden Männer machen, können wir nicht erkennen, aber wir können es uns zusammenreimen, wenn wir die hübsche Frau und die weitere Bildfolge betrachten. Die Menschen waschen die Straße. Am oberen Rand der Fotografie sind Beine zu sehen, dicht beieinander, Männer und Frauen, wie das Schuhwerk zeigt. Zuschauer, die einen Kordon um die Waschenden bilden.

Ob sie das ordentlich machen

Hinter der Frau ist ein weiterer Mann im Bild, eigentlich nur eine Hand und sein rechtes Bein, in Breeches-Hosen und Stiefeln. Es wirkt bedrohlich, so wie er hinter ihr steht. Auf einem anderen Foto sehen wir ihn ganz, in voller Justierung: ein hagerer Mann, vielleicht um die dreißig, Geheimratsecken, scharfes Profil, SA-Uniform, am linken Arm die " Kampfbinde" mit dem Hakenkreuz. Die Hände in den Taschen, schaut er auf die Straße, während die knienden Männer den Asphalt schrubben, die Frau ist nicht im Bild. Der SA-Mann scheint zu kontrollieren, ob sie das ordentlich machen. Im Hintergrund, zurückgehalten von Männern, die eine Absperrung bilden, eine dichtgedrängte Menge. Schaulustige. Gaffer. Einige sind an einer Fassade hochgeklettert, um nichts zu versäumen, was es da zu sehen gibt.

Straßenwaschende Juden in Wien. Im März 1938, kurz nach dem "Anschluss". In diesen Tagen kommt es in Wien und anderen österreichischen Städten zu beispiellosen Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger, diese werden von siegestrunkenen Nazis gezwungen, zum Gaudium der Zuschauer Parolen des Ständestaates von den Straßen zu waschen. Die Parolen sollten vor der Volksbefragung am 13. März Stimmung für ein unabhängiges Österreich machen. Doch die Befragung muss auf Drängen Hitlers abgesagt werden. Am Morgen des 12. März überschreiten deutsche Truppen die Grenzen.

Die antijüdischen Exzesse finden vor zahlreichem Publikum statt. Der Volksmund prägt für die Szenen der Erniedrigung den verharmlosenden Ausdruck "Reibpartien", weil die Juden die Straßen mit Reibbürsten säubern müssen. Auf zwei Bildern kann man deutlich erkennen, welche Parole sie wegwaschen: ÖSTERREICH.

Wo haben sich die hier gezeigten Aktionen abgespielt? Mithilfe von Hausfassaden und Geschäftsschildern lassen sich die Örtlichkeiten lokalisieren. Wir sehen Aufnahmen von zwei "Reibpartien", beide im zweiten Bezirk, nicht weit voneinander entfernt. Die Bilder mit der jungen Frau zeigen die Novaragasse, Ecke Weintraubengasse, die meisten Häuser sind noch heute zu identifizieren. Im Eckhaus Novaragasse 41 befand sich die Milchhandlung von Sophie Richter. "Wiener Molkerei" und: " Butter, Topfen" können wir auf weißen Tafeln entziffern. Im selben Haus war der Kranken- und Unterstützungsverein der Brodyer untergebracht, eine Hilfsorganisation von aus Brody stammenden Juden. Schräg vis-à-vis, Novaragasse 40, war das Vereinsbethaus Beth Jakob Josef.

Auf einem anderen Bild, es zeigt vier straßenwaschende Männer mit einem weißen Emailkübel, können wir im Hintergrund ein Geschäftsschild ausmachen: Anton Koller. Nach Details der Fassade lässt sich eruieren, dass das Schild dem Kleidermacher Anton Koller in der Mühlfeldgasse 7, Ecke Fugbachgasse, gehörte. Die Szenerie ist ähnlich. Gut gekleidete Herren knien, umringt von einer lachenden Menge, auf der Straße und putzen.

Wann die hier gezeigten Aufnahmen entstanden sind, können wir nicht mit Gewissheit sagen, vielleicht am 14. März, aber das ist belanglos. Auch die Identität des Fotografen ist unbekannt. Es gibt allerdings einen Hinweis. Die letzten zwei Aufnahmen des Films mit den waschenden Juden zeigen zwei junge Männer - einer ist abgebildet - auf einem Motorrad. Einmal knipst der eine, dann der andere. Vermutlich hat der Fotograf den Film vor dem Wechseln "ausgeschossen". Wer von den beiden fotografiert hat, bleibt ungeklärt. Das Motorrad steht am Graben im ersten Bezirk, im Hintergrund ist eine Reklame der Österreichischen Lichtbildstelle zu sehen, die sich im Gebäude Naglergasse 1 (Graben 20) befand. Die Lichtbildstelle wurde von den Behörden des Ständestaates zur nationalen Bildagentur ausgebaut, die auch Fotografen beschäftigt. Nach dem "Anschluss" wurde sie sicher von den Nazis sofort unter ihre Kontrolle gebracht. Sie wussten, wie wichtig Propaganda war. Es ist denkbar, dass der Fotograf die Bilder dort abgeben wollte.

Neben den erniedrigten Juden hat er auch andere Szenen aus jenen Tagen fotografiert, etwa den Einzug Adolf Hitlers, der am Montag, dem 14. März, in Wien eintrifft. Der Fotograf erwartet die Kolonne auf der äußeren Mariahilfer Straße, auf der Höhe des Schwendermarktes. Ein paar Bilder zeigen die Innenstadt im Taumel der Begeisterung. Der Kohlmarkt, schwarz von Menschen, über ihnen eine Hakenkreuzfahne, dahinter die Hofburg. Das Ende Österreichs, von Österreichern bejubelt.

War der Fotograf ein überzeugter Nazi? Anzunehmen, sicher ist es nicht. Die Bilder stellen auch die Frage nach der Verantwortung des Fotografen. Ergreift er Partei, wenn er solche Aufnahmen macht? Ins Auge springt, wie er sich bei den Waschszenen auf die junge Frau konzentriert. Er fotografiert sie hockend, stehend, mit Reißbürste, einmal rutscht ihr bei der ungewohnten Betätigung der Rock hoch und entblößt das Knie. Sofort drückt er auf den Auslöser. Sie kann sich nicht wehren. Diese Konstellation, die wehrlose Frau, den gierigen Blicken des jungen Mannes ausgeliefert, hat etwas Lüsternes, zugleich Bedrohliches an sich. Und es fragt sich auch, ob jemand die kleinen Nazis zu diesen Orgien der Gemeinheit inspirierte? Oder heckten sie die selber aus? Spontan?

Erschienen sind die Aufnahmen in der Nazipresse nicht, auch nicht ähnliche von anderen Fotografen. Offenbar scheuten die Behörden davor zurück, aller Welt das wahre Gesicht des Nationalsozialismus so offen zu zeigen. Die sadistischen Quälereien, denen die Juden vom ersten Tag an ausgesetzt wurden. Zur Belustigung der Nachbarn, die in vielen Fällen selber zu Tätern wurden. Die Grenzen zwischen Gaffern und Tätern verschwimmen. Man kann davon ausgehen, dass die Schaulustigen, die wir hier sehen, in der Novaragasse, der Weintraubengasse, der Mühlfeldgasse zu Hause waren. So wie die Juden. Die Zuschauer sind Nachbarn, sie wohnen Tür an Tür mit den Opfern, sie sind ihnen oft begegnet, auf der Straße, im Stiegenhaus.

Wenn die junge Frau aufblickt, schaut sie in bekannte Gesichter, ein paar kennt sie beim Namen, hat sie bisher vielleicht für gute Bekannte gehalten. Jetzt lachen sie, weiden sich an ihrer Erniedrigung. Auf einem Foto sehen wir einen Mann, der vor ihr auf den Boden deutet, als wolle er zeigen, hier müsse sie noch gründlicher waschen. Die Frau trägt einen dunklen Mantel - wo hat sie den auf dem anderen Bild gelassen? Hat sie ihn irgendwo abgelegt? Das Hütchen hat sie abgenommen, sie drückt es, mit einer Handtasche, mit der Linken an die Brust. Als man sie holte, wusste sie nicht, was sie erwarten würde. Sie und ihre Leidensgenossen konnten sich nicht vorstellen, zu welcher Niedertracht die Nachbarn fähig sein würden.

Die Niedertracht der Nachbarn

Die Zuschauer sind gewöhnliche Leute. Der Schriftsteller Carl Zuckmayer hat in seinen Erinnerungen beschrieben, was er in Wien zur Zeit des " Anschlusses" erlebte. Da brach die Hölle los. "Die Unterwelt hatte ihre Pforten aufgetan und ihre niedrigsten, scheußlichsten, unreinsten Geister losgelassen. Die Stadt verwandelte sich in ein Alptraumgemälde des Hieronymus Bosch: Lemuren und Halbdämonen schienen aus Schmutzeiern gekrochen und aus versumpften Erdlöchern gestiegen ..."

Solche Geschöpfe sehen wir auf diesen Bildern nicht. Diese Menschen sind keine Lemuren, kein Abschaum, kein entfesselter Mob. Sie sind normale Bürger. Ordentlich gekleidet, stehen sie fast gesittet hinter der Absperrung, gebildet vermutlich von Freiwilligen. Anständige Leute, wie man sagt, die einem festen Beruf nachgehen und auf Recht und Ordnung schauen. Das macht das Ganze noch beklemmender.

Auffallend sind die vielen Kinder unter den Schaulustigen, in der ersten Reihe, damit ihnen nichts entgeht. Auf einem Bild steht eine Frau in einem bis zu den Knöcheln reichenden Mantel, daneben ein Mann mit Hakenkreuzbinde. Sie hat einen kleinen Buben an der Hand. Neben ihr ein größerer Bub, vielleicht vierzehn, der ihr ähnlich schaut. Vermutlich ihr Sohn. An seiner Seite wieder eine Frau, auch sie hat ein Kind dabei, ein Mädchen. Die Frauen haben die Kinder mitgenommen, sie sollen sehen, wie Menschen, vor denen sie sich wenige Tage zuvor noch artig verneigten, drangsaliert und herabgewürdigt werden. Weil sie Juden sind. Ein Schauspiel, das die Erwachsenen den Kindern nicht vorenthalten wollen. Was ist schon dabei?

Die Umstehenden schmunzeln, einige lachen, ein paar heben die Hand zum Hitlergruß. Ein stämmiger Bub im Trachtenjanker bohrt ungeniert mit dem kleinen Finger in der Nase. Vor ihm ein Kleiner, der sich eng an ihn drückt, vielleicht der jüngere Bruder. Das sind keine Lemuren, sondern gewöhnliche Menschen. Biedere Wiener. Wenn man die gaffende Menge betrachtet, fragt man sich, ob jemand nach 1945 diese Szene erwähnt hat. Vergessen konnte man sie wohl nicht so leicht. Oder haben alle geschwiegen, haben gesagt: Wir haben nichts gewusst, wir haben nichts gesehen, wir waren nicht dabei.

Gewöhnliche Leute

Der Zufall fügt es, dass in der Weintraubengasse, wo sich eine Waschszene abspielt (Ecke Novaragasse), der Schriftsteller Peter Herz wohnte, bekannt als Librettist und Verfasser zahlreicher Wienerlieder, im Haus Weintraubengasse 9. Von Herz stammt der Text von Schön ist so ein Ringelspiel, das Hermann Leopoldi berühmt gemacht hat. Die Anfangszeilen des Liedes geben auf beklemmende Weise wieder, was die Schaulustigen damals vermutlich empfunden haben: "Des is a Hetz und kost net viel, damit auch der kleine Mann sich eine Freude leisten kann ..."

Auch das waren die Reibpartien, die öffentliche Demütigung der Juden, die im März 1938 gezwungen wurden, in ihrem besten Gewand die Straßen zu waschen. Damit hat alles angefangen. Von einer Hetz spricht auch der Herr Karl bei Helmut Qualtinger, wenn er sich erinnert, wie er den Herrn Tennenbaum geführt hat, damit er die Anti-Nazi-Parolen vom Trottoir wischt: "Und der Hausmaster hat zua'gschaut und hat g'lacht ... Er war immer bei aner Hetz dabei." (Martin Pollack/DER STANDARD, 2./3. 3. 2013)


Martin Pollack, geb. 1944 in Oberösterreich, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er war zwischen 1987 und 1998 Redakteur des "Spiegel". Pollack ist seit 1998 als freischaffender Autor und Übersetzer tätig. Er lebt im Südburgenland und in Wien.

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Und keiner hat etwas gewusst

Heute gibt es Twitter und Facebook. Hat damals nicht die internationale Presse berichtet. Die müssten doch im März 38 alle in Wien gewesen sein.

Angesichts dieser Bilder stellt sich mir die Frage, ob der nicht nur vom Ausland oft geäußerte Vorwurf an Österreich, dass die Verantwortung der Bevölkerung an den Naziverbrechen nicht oder nur in geringem Maße wahrgenommen wurde, zu Recht besteht. Ich denke allerdings, dass es nicht eine homogene Bevölkerung, ein einheitliches Land gibt, sondern einen komplexen Organismus, der in seiner Gesamtheit, genau so durch seine Vielfalt, wie auch durch seine Einheitlichkeit definiert wird.

vorwurf falsch

jeder vorwurf an "österreich" ist falsch. die armen juden auf diesen bildern putzen ja auch gerade den schriftzug "österreich" vom pflaster. österreicher haben dagegen sehr wohl sehr viel schuld auf sich geladen und insofern besteht auch tatsächlich eine moralische verpflichtung des staates österreich den opfern dieser schändlichen verbrechen gegenüber.

der oberdämon kam aus österreich

jeder vorwurf an "österreich" ist falsch?

die leute waren wenige tage zuvor noch österreicher gewesen. 1945 sind sie unfreiwilliger weise wieder österreicher geworden. am schluss ist keiner dabei gewesen.

fest steht, österreicher sind mindestens genau so schlimm wie deutsche gewesen (vom führer angefangen, der zwischendurch staatenlos, dann deutsch gewesen ist).

richtig ist: nationalsozialismus hat sich in deutschland entwickelt, nicht in österreich. gestimmt dafür hatten im jahre 1933 allerdings nur etwa ein drittel.

"Bei der folgenden Reichstagswahl November 1932 wurde die NSDAP trotz Stimmenverlusten mit 33,1 Prozent erneut stärkste Partei."

ohne den mann aus braunau wäre diese katastrophe nie passiert. 2 weltkriege, 2 österreicher.

43,9 % waren's 1933 (das ist mehr als ein drittel - irrtum im vorposting).
99,9 % waren's jedenfalls nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/NSDA... 0_bis_1933

Anthropos

Ja - man muss das wohl auf die Gattung des Anthropos als solchen abwälzen, dieses Wegbrechen aller Hemmnisse, wenn man dadurch selbst plötzlich wie ein Herr über Leben und Tod zum Zeugen der Hinrichtung eines anderen wird. Die Französische Revolution kannte die strickenden Weiber, die bei jedem guilletonierten Aristokratenhaupt ihre Strickerei unterbrachen, um zu triumphieren. Und auch im "Herrn Karl" ist wohl mit Absicht eine Hausmeisterlität das Agens einer erbärmlichen Gesinnung. Dem Pogrom jubelt die reflexionslose Masse zu. das war schon immer so. Da kann der Brecht sagen, was er will.

Auch...

heute würden solche kriminelle Schergen einen Bandenführer folgen.
heute würden es wieder ein Teil der Bevölkerung den Weg ins Lager finden.
heute würden Hausmeister und sonstigen Mitläufer (Schmarotzer) lachen zuschauen.
heute würde man wild auf unschuldigen Menschen darauf hetzen und jagen
heute würde man, wie damals sagen, wir haben von nichts gewusst.
heute, würde man, wie damals sagen, wir haben nichts gesehen.
heute, wie damals wird man politisch 'geistig' verblendet.

Nichts, aber auch nichts hat man dazu gelernt.

So abstossend diese Fotos auch sein mögen,

sie dokumentieren nichts Neues und ihr wissenschaftlicher Wert ist eher gering.

was wollen sie uns damit sagen?

ist ja auch ein essay, und keine wissenschaftl. abhandlung

Dazu braucht nur eine fürchtliche Inflation

Auch heute kann sich 1939-1945 wiederholen?

Wenn wir sehen, was in Ungarn, Rumänien oder Polen schon möglich ist ...

Bestialisch gefährlich

Uberall in Europa laufen gefährliche Bestien rund.

Die Zeiten haben sich nicht geändert

Wieviel Schmarotzer würden heute wieder ein wieder rufender üblerer heilrufender Schmarotzer folgen ?
Mehr als man denkt !

"schmarotzer"?

vielleicht sollten sie in dem zusammenhang ihre wortwahl ein wenig überdenken?

man ...

... kann die dinge durchaus beim namen nennen, nu.

Auf die Diktion der damaligen Zeit zurückzugreifen ist kontraproduktiv.

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Das Volk ist kein Körper, als Feindbild angesehene Mitmenschen sind keine Schmarotzer, Krankheiten oder Schädlinge. Eine gerechte Gesellschaft hat es nie gegeben und wird es wohl nie geben. Auch wenn sie eine ewige Fiktion bleiben sollte, haben wir die Pflicht, an unserer Gesellschaft permanent zu arbeiten, um die Ungerechtigkeiten nicht überhand nehmen zu lassen. Und ich fürchte, dass der Mensch unter den richtigen Bedingungen auch in Zukunft von demagogischen Lehren zu solch verachtenswerten Handlungen gegen seine Mitbürger bewegt werden kann.

Natürlich waren das normale Leute

und natürlich kann das jederzeit passieren.

Das Wichtigste an der ganzen Sache, der Schlüssel zum Verständnis, ist: Die breite Mehrheit hat davon profitiert. Man hat davon profitiert, Zwangsarbeiter zu haben. Deutschland hatte unter Hitler den höchsten Durchschnittslebensstandard Europas, das steckt in diesem berüchtigten "Damals war nicht alles schlecht". Es stimmt einfach.
Und das ist auch, warum und wie es jederzeit wieder losgehen kann.

Die ausführenden "Bestien" waren wenige. Profitiert und unterstützt, weil sie profitieren, haben es ab alle. Stellt euch vor es würde vom Ausbeuten und Töten abhängen ein gutes Leben zu haben, ein Gesundheitssystem, Arbeit, reichliches Essen und Unterhaltung.

Ich empfehle die "Zeitzeugen"-Buchreihe.

Warum so weit blicken?

Haiders Kärnten. War das so anders?

Deutschland hatte unter Hitler den höchsten Durchschnittslebensstandard Europas, das steckt in diesem berüchtigten "Damals war nicht alles schlecht". Es stimmt einfach.

Deutschland war zu Beginn des Krieges praktisch pleite. Dieser ganze Wohlstand bzw Zuckerl (er hat ja Autobahnen gebaut) waren alle auf Pump. Der ganze Krieg war Voraussetzung für die Finanzierung. Es hätte keine Alternative ohne Krieg gegeben, diese Systeme gehen immer in diese Richtung und Hitler war ein Kind seiner Zeit. Jede Generation hat solche Köpfe aber was es braucht ist eine Bevölkerung die so etwas will oder aber zumindest duldet.

der Lebensstandard beruhte auf Raub, nicht auf Pump. Auf Pump wurde die Wirtschaft hochgezogen.

"Stellt euch vor es würde vom Ausbeuten und Töten abhängen ein gutes Leben zu haben"

Schau nach China. Oder in andere Produzentenländer. Die Leute leiden für unseren Wohlstand. Nur halt bisserl weiter weg und im Inland kann man sich obendrein ausgezeichnet empören.
Wenn ich vorschlage, dass Waren aus Ländern mit schlechteren Sozialstandards als bei uns nur noch mir extrem hohen Strafzöllen importieren sollten, sagen alle "des geht si net aus" und im Forum hagelt es rote Striche.
Ultimativ ist die breite Mehrheit ganz offensichtlich bereit das Leid anderer in Kauf zu nehmen. Es ist nur nicht mehr chic diesen Leuten dabei zuzusehen oder sich gar aktiv daran zu ergötzen.

Dabei würde das sogar die heimische Wirtschaft ankurbeln wie nix...

Kants kategorischen Imperativ als Pflichtlektüre

Zum kategorischen Imperativ muss ich noch was sagen und da muss ich Ihnen leider widersprechen.Kants Idee ist nämlich vollkommen nutzlos. Das Problem liegt nämlich darin, dass es weder gut noch böse gibt.Rückwirkend betrachtet kann man ihn natürlich

auf diese Zeit anwenden, aber die Nazis waren ja damals davon überzeugt damit etwas gutes zu tun und ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die damals, aus ihrer Sicht auch nach dem Imperativ gehandelt haben. Sie müssen nur die Werte und Moralvorstellungen von Menschen ändern indem Sie eine Gruppe dämonisieren und sie können mit seiner Idee praktisch alles rechtfertigen. Die USA töten Terroristen und sind der Meinung recht zu haben, die gleiche Einstellung haben die Terroristen auch über die USA. Beides sind Überzeugungen die auf Werten beruhen die nicht existieren. Das Grundübel sind Menschen die Werte und Moral brauchen um zu leben. Das ist genau der Grund warum sie sich Ismen anschließen. Nihilismus ist mMn das Mittel der Wahl

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