Chinas Gesandter nach Angriff auf deutsches ARD-Team einbestellt

1. März 2013, 18:14
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Chinesische Schläger jagten ARD-Kameraleute - 16 Stunden von Polizei festgehalten

Berlin/Peking - Wegen eines gewalttätigen Übergriffs auf ein deutsches Fernsehteam in China ist am Freitag der Gesandte der chinesischen Botschaft ins Auswärtige Amt einbestellt worden. "Es wurde deutlich gemacht, dass dieser Übergriff in keiner Weise akzeptabel ist", erklärte das Ministerium in Berlin. Das Auswärtige Amt erwarte, "dass der Vorfall aufgeklärt und alles getan wird, damit sich derartige Vorfälle nicht wiederholen".

Gewalttätiger Übergriff

Das Fernsehteam war am Donnerstag in der nordchinesischen Provinz Hebei Opfer eines gewalttätigen Übergriffs geworden, wie es in der Erklärung weiter hieß. Die deutsche Botschaft in Peking habe den betroffenen deutschen Korrespondenten konsularischen Beistand geleistet, der deutsche Botschafter habe gegen den Übergriff protestiert. Das Ministerium hob hervor, dass die Einschränkung der Arbeit ausländischer Medien "regelmäßig ein wichtiges Thema" der Gespräche des deutschen Außenministers Guido Westerwelle (FDP) mit seinen chinesischen Gesprächspartnern sei.

16 Stunden von Polizei festgehalten

Die Leiterin des ARD-Studios Peking, Christine Adelhardt, berichtete, sie und ihr Team hätten bei dem Übergriff "wirklich Angst um unser Leben gehabt". In einem am Freitag auf tagesschau.de veröffentlichten Interview schilderte sie, dass sie bei Dreharbeiten in einem Dorf in Hebei für einen Beitrag über Urbanisierung gleich das Gefühl gehabt hätten, beobachtet zu werden. Schließlich sei ihr Wagen "von vier, fünf Autos bedrängt" und von der Straße abgedrängt worden.

Die Angreifer hätten mit Baseballschlägern auf ihren Wagen eingeschlagen, erzählte Adelhardt. Dennoch sei es ihrem Team gelungen wegzufahren und Verkehrspolizisten um Hilfe zu bitten. Danach seien sie allerdings 16 Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden. (APA, 1.3.2013)

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