Selbstbefriedigung ist gesund

27. August 2003, 12:42
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Studie: Hohe Zahl an Ejakulationen "ohne Infektionsgefahr" senkt Prostatakrebs-Risiko

London - Junge Männer, die sich häufig selbst befriedigen, senken damit einer Studie zufolge ihr Risiko für Prostatakrebs. Ein Team australischer Wissenschafter verglich Daten zu Sexualpraktiken von 1.079 Prostatakrebs-Patienten mit denen von 1.259 gesunden Männern im Alter von 20 bis 50 Jahren. Das Ergebnis ergänzt jüngere medizinische Studien, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Wer in seinen 20ern öfter als fünf Mal pro Woche ejakuliert, senkt damit den neuen Ergebnissen zufolge sein Risiko für den am meisten verbreiteten Krebs bei Männern um ein Drittel. Frühere Studien hatten häufige Sexualkontakte umgekehrt mit einem deutlich erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Zusammenhang gebracht. Graham Giles und Kollegen vom Cancer Council Victoria in Melbourne weisen jedoch darauf hin, dass dies durch die höhere Infektionsgefahr bedingt sein könne. Betrachte man jedoch die Zahl der Ejakulationen insgesamt, so hätten diese einen schützenden Effekt.

Schadstoffe hinausgespült

Die Forscher glauben, dass durch die häufige Bildung von Samenflüssigkeit Krebs erregende Substanzen aus der Prostata herausgeschwemmt werden. "Je öfter die Leitungen durchgespült werden, umso weniger bleibt darin hängen, was die Zellen schädigt", sagt Giles. Auch würden die Prostatazellen auf diese Art zum Ausreifen angeregt, was sie für Karzinogene weniger anfällig machen könnte.

Die Wirkung ist nicht allein auf das Thema Krebs beschränkt: Auch bei infektionsbedingter Prostata-Entzündung raten Ärzte dazu, regelmäßig und gegebenenfalls häufiger als gewohnt zu ejakulieren, um die Prostata zu reinigen.

Einen ähnlichen Zusammenhang hatte jüngst eine Studie zum weiblichen Brustkrebs nahe gelegt: Auch hier sank das Risiko, wenn die Frauen gestillt hatten - und damit möglicherweise Krebs erregende Substanzen herausspülten. (APA/red)

Vgl. "New Scientist", (Bd. 2404, S. 15)

Die Originalstudie wurde im British Journal of Urology (BJU International, Bd. 92, S. 211) veröffentlicht.
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    foto: photodisc
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