Kontrollierte Ekstase

28. Februar 2013, 18:34
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Postrock, gar nicht streng und am Freitag im Wiener Chelsea: The Sea and Cake

Rund um das Kraftfeld der Formation Tortoise entstanden in den mittleren 1990er-Jahren noch andere Bands, die unter dem Signum Postrock firmierten. Eine davon war The Sea and Cake, in der der Multiinstrumentalist John McEntire von genannten Tortoise Schlagzeug spielte. Die Band aus Chicago kokettierte einerseits sanft mit jazzigen Elementen, andererseits belieh sie so sture wie federnde Rhythmen beim Krautrock.

Anders als bei anderen Postrock-Bands wirkte The Sea and Cake schon deshalb weniger streng und zugänglich, weil sie nicht ganz auf Gesang verzichtete. Nach zehn Jahren Bestehen und einigen tollen Alben legten Sam Prekop und seine weiteren drei Mitstreiter das Projekt dann auf Eis; seit 2007 ist die Band wieder aktiv und hat in den letzten zwei Jahren auch zwei Alben veröffentlicht, die sie am Freitag  im Wiener Chelsea präsentieren.

Live können sich The Sea and Cake durchaus in kontrollierte Ekstase spielen, was bei Postrockern keine ausgemachte Sache ist. Aber so dogmatisch, wie der Begriff Postrock klingt, wurde er von The Sea and Cake ohnehin nie ausgelegt. Go with the flow! (flu, DER STANDARD, 1.3.2013)

Hören Sie hier das aktuelle Album von The Sea and Cake im Spotify-Stream:

1. 3., Chelsea, Wien, 21.00

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    foto: newberry
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