Meinungsumfragen: Blaues Wunder

Kommentar28. Februar 2013, 17:46
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Es ist schwer, den Wahlausgang halbwegs seriös vorauszusagen

Die Grünen sind die Umfragekaiser: Die Meinungsforschung bescheinigt ihnen im Vorfeld von Wahlen meist optimistische Daten und Zuwächse. In der Realität konnten sie diese Erwartungen oft nicht erfüllen. Umgekehrt ist es bei den Freiheitlichen und Orangen: Dank einer geringen Bekennerquote - den Leuten ist das offensichtlich peinlich - werden sie in der Meinungsforschung gerne unterschätzt. Das macht es so schwer, den Wahlausgang halbwegs seriös vorherzusagen. Was die Spannung grundsätzlich hochhält. Auch wenn es dann ein blaues Wunder setzt.

Richtiggehend peinlich war es 2009 in Kärnten: Noch am Wahltag sahen manche Meinungsforscher die SPÖ voran. Gewonnen hatte aber das BZÖ (kurz darauf FPK) - und zwar fulminant: Jörg Haiders Partei kam auf fast 45 Prozent. Die gehypte SPÖ stürzte auf 29 Prozent ab. Wohl auch deshalb sind die Meinungsforscher diesmal ziemlich kleinlaut: Obwohl alle halbwegs seriösen Institute die SPÖ in den Rohdaten deutlich voran haben, traut sich keiner auf einen Sieg von Peter Kaiser zu setzen - auch die SPÖ selbst nicht.

Ein Rätsel ist auch Frank Stronach: Es gibt keine Erfahrungswerte und keine Vergleichsdaten. Sechs bis 14 Prozent werden ihm zugetraut. Oder doch mehr? Die Österreicher sind schwer einzuschätzen - und die Kärntner erst recht. Dass ihnen oftmals selbst peinlich ist, wen sie wählen, macht es nicht besser, erklärt aber manches Phänomen. (Michael Völker, DER STANDARD, 1.3.2013)

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