Diagonale: Bilanz eines außergewöhnlichen Kinojahres

1. März 2013, 12:00
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Haneke, Seidl und Spielfilmdebüts mit großer Bandbreite - Specials zu Josef Dabering, Michaela Grill, Dominik Graf und Paul Czinner

Graz  - Das österreichische Filmfestival Diagonale ist heuer (12. - 17. März)  von einem "ungewöhnlichen Jahresrückblick und interessanten Spielfilmdebüts" geprägt, erklärte Intendantin Barbara Pichler bei der detaillierten Programmpräsentation am Donnerstag in Graz. Alle Filme und Termine sind ab 1. März online, der Ticketverkauf startet am 6. März.

Die Spielfilmdebüts von jungen Regisseuren "spiegeln eine ungeheure Bandbreite", betonte die Intendantin und verwies dabei besonders auf "Deine Schönheit ist nichts wert" von Hüseyin Tabak, "Mein blindes Herz" von Peter Brunner, "Soldat Jeannette" von Daniel Hoesl und "Talea" von Katharina Mückstein, weil dabei ganz unterschiedliche filmische Möglichkeiten sichtbar werden.

Neben der Österreichpremiere von "Paradies: Hoffnung" zur Eröffnung (und in der Folge die gesamte "Paradies"-Trilogie von Ulrich Seidl an einem Tag) wird natürlich auch Michael Hanekes Oscar-Film "Liebe" gezeigt. Auch die neuen, auf internationalen A-Festivals uraufgeführten Arbeiten von Florian Flicker ("Grenzgänger") und Barbara Albert ("Die Lebenden") finden sich im Rückblick auf ein "eher ungewöhnliches Spielfilmjahr", so Pichler.

Internationaler Gast ist dieses Jahr der deutsche Regisseur Dominik Graf, der mehr als 50 Filme für Kino und Fernsehen gedreht hat. Ihm ist nach der Diagonale auch im Österreichischen Filmmuseum eine Werkschau gewidmet (21.3.-4.4.), dazu eine Synema-Buchpublikation.

Ein historisches Spezialprogramm ist dem altösterreichischen Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Paul Czinner (1890-1972) gewidmet, der neben Stummfilmen wie "The Woman He Scorned" (1929) mit Pola Negri sehr erfolgreiche Filme mit seiner Frau Elisabeth Bergner drehte, wovon "Catherine the Great" und "Der träumende Mund" (beide aus den 30er-Jahren) gezeigt werden.

Heuer werden insgesamt 156 Filme und Videos im Rahmen von 136 Vorstellungen zu sehen sein, wobei 98 Arbeiten davon auch im Wettbewerb vertreten sind. Schon bei der Eröffnung wird der Große Diagonale-Schauspielpreis an Maria Hofstätter verliehen.

Der Festivaltrailer stammt von Josef Dabernig, der gleichzeitig für eine Ausstellung im Kunsthaus verantwortlich zeichnet und dessen gesamtes Werk, das nur etwas mehr als drei Stunden und 13 Einzelarbeiten umfass, gezeigt wird.  Eine weitere Personale ist Michaela Grill gewidmet, die als eine der wichtigsten Vertreterinnen digitaler Kunst in Österreich gilt.  (APA, 1.3.2013)

  • Wohl der technicolorigste Film der Diagonale:  Paul Czinners Opernverfilmung "Der Rosenavalier" (1962) mit Elisabeth Schwarzkopf als Marschallin,  Sena Jurinac als Octavian und Herbert von Karajan (unsichtbar) hinter dem Dirigentenpult ist Teil des historischen Spezialprogrammes.
    foto: diagonale

    Wohl der technicolorigste Film der Diagonale:  Paul Czinners Opernverfilmung "Der Rosenavalier" (1962) mit Elisabeth Schwarzkopf als Marschallin,  Sena Jurinac als Octavian und Herbert von Karajan (unsichtbar) hinter dem Dirigentenpult ist Teil des historischen Spezialprogrammes.

  • Dominik Graf ist Festival-Gast und wird u.a. mit einer neuen Buchpublikation gewürdigt.
    foto: synema

    Dominik Graf ist Festival-Gast und wird u.a. mit einer neuen Buchpublikation gewürdigt.

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