Asien hat weltweit die meisten Milliardäre

1. März 2013, 05:30
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Der chinesische Hurun-Bericht hat weltweit 1.453 Milliardäre gezählt - und vermehrt auch Frauen entdeckt

Rockefeller steht seit Generationen als Synonym für grenzenlosen Reichtum. Der am 12. Juni 1915 in New York geborene David Rockefeller, einziger noch lebender Enkel des legendären Ölbarons John D. Rockefeller, muss sich heute mit Rang 550 im weltweiten Klub der Milliardäre hinten anstellen.

1453 Milliardäre hat der in Schanghai lebende Brite Rupert Hoogewerf für seine neue Hurun-Rangliste aufgespürt. Seine am Donnerstag präsentierte globale Aufzählung aller Krösusse dieser Welt ist nicht nur die umfangreichste derartige Aufzählung, sie wurde auch erstmals in Peking statt in New York vorgestellt. Der Grund: Die meisten Milliardäre (608) kommen heute aus Asien. Tendenz steigend.

Vermehrt Frauen

Jeder zweite (317) ist Chinese, fast so viele Milliardäre, wie sich heute in ganz Europa (324) tummeln. In die traditionell geldscheffelnde Männerwelt brechen vermehrt Frauen ein. Jeder zehnte Milliardär ist weiblich. L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt errang sich mit ihrem Vermögen von 30 Milliarden Dollar nicht nur den Hurun-Titel der derzeit reichsten Frau auf dem Planeten. Die 90-Jährige rückte erstmals auch unter die ersten zehn der Crème de la Crème im weltweiten Geldadel auf.

Ihr Pendant als allerreichster Mann der Welt ist wieder der 74-jährige Mexikaner Carlos Slim geworden, Südamerikas Telekomgigant, Besitzer von Bergwerken und Banken. 2012 führte er mit 55 Milliarden Dollar Vermögen alle Listen an. Dieses Jahr ist er mit inzwischen 66 Mrd. Dollar bei Hoogewerf wieder Nummer eins, gefolgt vom legendären 82-jährigen Warren Buffett (Berkshire Hathaway). Auf 58 Milliarden Dollar stieg sein Vermögen, 21 Prozent mehr als im Jahr davor.

Der mit seinen bald 98 Jahren Älteste unter den Superreichen bringt 2,6 Milliarden Dollar auf die Waage. Der jüngste Geldprotz ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg; er kann mit seinen 28 Jahren nicht nur stolz auf mehr als eine Milliarde Facebook-Mitglieder blicken, sondern auch auf seine 17 Milliarden Dollar an Privatvermögen. Dafür gebührt ihm Platz 42.

Mateschitz auf Rang 243

Als erster Österreicher auf der Liste der Superreichen scheint Dieter Mateschitz auf. Mit einem Vermögen von 5,2 Milliarden Dollar nimmt er Rang 243 ein.

Seit 1999 macht Hoogewerf mit seinen jährlichen Hurun-Reichenlisten Jagd auf die Vermögenseliten Asiens und Chinas. 2012 stellte er seine erste weltweite Liste der 83 Allerreichsten vor, die mindestens zehn Milliarden Dollar besitzen müssen, um im exklusiven "Club der zehn Nullen" Aufnahme zu finden. Die Liste war mit dieser Kategorie eine globale Premiere, die den 42-Jährigen und sein Team ermutigte, der sehr viel größeren Gruppe von Weltbürgern nachzuspüren, die ein privates Vermögen von einer Milliarde Dollar aufwärts besitzen.

Die einjährigen Recherchen seien schwierig gewesen. Die meisten Milliardäre etwa in Europa "gehen mit ihrem Reichtum diskret um, besonders die Deutschen", sagte Hoogewerf. Er stieß auf 61 Milliardäre, die Deutschland auf Platz vier in seiner Weltrangliste bringen, nach den USA (409), China (317) und Russland (88). Hoogewerf schätzt, dass es in Deutschland "rund 120 Milliardäre gibt, die wir noch nicht kennen. Sie strengen sich wirklich an, low key (unauffällig) zu bleiben." (Johnny Erling, DER STANDARD, 1.3.2013)

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    Luxusjachten wie diese vor Monaco können sich vermehrt auch Frauen leisten.

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