Non-Stop-Kino im O.K-Centrum

28. Februar 2013, 17:21
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Linzer Projekt an der Schnittstelle von Medienkunst, Film und Installation, aktuell mit Arbeiten von Corinna Schnitt

Wie ein Teil eines futuristischen Filminterieurs erhebt sich Tobias Putrihs (*1972) Karton-Holz-Gebilde in der Mitte des großen Ausstellungssaals. Eine Installation, die sich auf den Architekten Oscar Niemeyer bezieht und die O.K-Leiter Martin Sturm auf der Biennale in São Paulo entdeckt hat, erzählt Kuratorin Genoveva Rückert.

Begeisterung setzte auch deshalb ein, weil die Installation ein Problem löste: für das Extra Kino im O.K war man auf der Suche nach einem Raum, der nicht bloß einen Kinosaal nachempfinden sollte. Die Installation bietet Platz für Filmscreenings, ist aber auch ein Stück zeitgenössische Kunst. Ein Extra Kino-Projekt an der Schnittstelle von Medienkunst, Film und Installation, mit dem das OK nach und neben breitenwirksamen Ausstellungen wieder risikofreudiges Produktionshaus ist.

Alle zwei Wochen gibt es nun ein wechselndes Filmprogramm: Johan Grimonprez machte den Anfang mit Double Take, einer Bearbeitung des Hitchcock-Mythos, parallel dazu zeigte der Medienkünstler mit a We Tube-o-theque eine interaktive Geschichte der Fernsteuerung.

Zurzeit ist Corinna Schnitt mit einem Kurzfilmprogramm präsent. Die deutsche Künstlerin schürft sich mittels extrem verlangsamter Kamerabewegung in eine absurde Situation: Eine gutbürgerlich eingerichtete Wohnung ist von Gänsen, Schweinen und anderen Nutztieren bevölkert, sie tun, was immer sie auch tun, während die Kamera an ihnen vorübergleitet.

Filme von Wilhelm Sasnal, Ming Wong und Omer Fast folgen. Zusätzlich gibt es farben- und motivprächtige Collagen des Filmkünstlers Thomas Draschan. (wkh, DER STANDARD, 1.3.2013)

O.K-Centrum Linz, bis 28. 4.

  • Corinna Schnitt: "Once Upon A Time".
    foto: o.k. / schnitt

    Corinna Schnitt: "Once Upon A Time".

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