Bankia versenkte fast 20 Milliarden Euro

28. Februar 2013, 14:25
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Massive Abschreibungen bescherten dem verstaatlichten Geldhaus den höchsten Verlust in der spanischen Geschichte

Das spanische Kriseninstitut Bankia hat 2012 den größten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte des Landes geschrieben. 19,2 Mrd. Euro gingen wegen massiver Abschreibungen auf Schrottimmobilien verloren, wie das verstaatlichte Geldhaus am Donnerstag mitteilte. In diesem Jahr hofft der vor zwei Jahren gegründete Verbund angeschlagener Sparkassen auf die Wende und eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Mehr als 22 Mrd. Euro an faulen Immobilienkrediten sollen in diesem Zusammenhang bei der staatlichen Bad Bank geparkt werden. Tausende Jobs werden gestrichen und Geschäftsbereiche verkauft. Zudem sollen Bankia und die ebenfalls neu gegründete Mutter BFA, bei der Beteiligungen an anderen Firmen gebündelt sind, insgesamt gut 18 Mrd. Euro an Kapital aus europäischen Hilfstöpfen bekommen. Die Verhandlungen hierüber laufen noch.

Rentable Einheit

"Unsere Herausforderung besteht darin, Bankia wieder zu einer rentablen Einheit zu machen, die der Gesellschaft die Hilfen zurückgeben kann", erklärte Bankchef Jose Ignacio Goirigolzarri. Zusammen mit BFA summiert sich der Verlust gar auf 21,2 Mrd. Euro. Höhere Fehlbeträge verbuchten bislang in Europa in den vergangenen Jahren nur die Royal Bank of Scotland und die Fortis Bank.

Bankia ist zum Inbegriff der spanischen Bankenkrise geworden, als das Institut Mitte 2012 Milliarden-Staatshilfen benötigte. Die Regierung musste daraufhin in Europa mehr als 40 Mrd. Euro an Hilfen für den Finanzsektor beantragen. Das Land kämpft selbst mit einem hohen Schuldenberg und dem Misstrauen vieler Anleger. Die spanischen Banken mussten wegen des Preisverfalls am Immobilienmarkt massive Abschreibungen auf Kredite und wertlos gewordene Häuser verkraften, was viele an den Rand des Abgrunds brachte.

Dank der staatlichen Unterstützung hofft Bankia bis 2015 auf eine Eigenkapital-Rendite von mehr als zehn Prozent, was dem Niveau führender europäischer Privatkundenbanken entspricht. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Anteil fauler Kredite an den gesamten Darlehen liegt mit 13 Prozent noch immer deutlich über dem Branchenschnitt von 10,4 Prozent. Allerdings vertrauten die Kunden dem Institut im vierten Quartal wieder mehr Spareinlagen an, was die Bank optimistisch stimmt. (APA, 28.2.2013)

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