Erste Beta für GNOME 3.8 mit "Classic"-Modus

28. Februar 2013, 13:33
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Kommende Version bringt wieder viel Neues - Erweiterte Einstellungsmöglichkeiten, bessere Suche, Umbau an GNOME Shell

In knapp einem Monat ist es schon wieder so weit: Das GNOME-Projekt will eine neue Version des eigenen Linux-Desktops veröffentlichen. Als Vorgeschmack gibt es nun eine erste Beta von GNOME 3.8, die bereits einen recht vollständigen Blick auf das Kommende gewährt, da mit der Veröffentlichung der "UI Freeze" einhergeht.

Classic

Der wohl größte Umbau ist auch der, der in den letzten Monaten am meisten diskutiert worden: GNOME streicht den bisherigen "Fallback"-Modus, der weitgehend von veralteten, und kaum mehr entwickelten Komponenten getragen wurde. Statt dessen gibt es nun einen - in der Vergangenheit von so manchen NutzerInnen vehement eingeforderten - "Classic"-Modus.

Umbau

Dieser ist auf Basis der GNOME-Shell in Form von Erweiterungen für diese implementiert, bietet aber ein GNOME2-ähnliches Layout. So gibt es hier - zusätzlich zum Shell-Overview - auch wieder ein klassisches Startmenü, eine Fensterliste und eine fixe Anzahl von Workspaces.

Auswahl

Zwar war es schon bisher möglich selbst Erweiterungen zu installieren oder Einstellungsänderungen vorzunehmen, die ein ähnliches Ergebnis erzielen, mit GNOME 3.8 gibt es das nun aber alles in einem fixen Paket - das noch dazu parallel zur GNOME Shell aktiv gewartet wird. Vor allem aber steht der Classic-Modus direkt über den Login-Bildschirm als separate Session bequem zur Auswahl.

Shell+

Aber auch der "moderne" Modus der GNOME Shell hat einige Neuerungen verpasst bekommen: So wurde die Suchansicht ganz neu gestaltet, und die Fensteransicht in der Überblicksdarstellung wurde optimiert. Bei den Anwendungen gibt es keine Kategorien mehr, statt dessen getrennte Ansichten von "meist genutzten" und "allen" Programmen. Das Mausrad dient im "Overview" nun nicht mehr zum Heranzoomen der Fenster sondern zum schnellen Wechsel zwischen den Desktops.

Einstellungsfrage

Beim Dateimanager Nautilus gibt es eine weiter verbesserte Suche, die nun rekursiv funktioniert und die Ergebnisse inkrementell darstellt. In den Systemeinstellungen sind gleich mehrere neue Bereiche hinzugekommen. So können die Benachrichtigungen mit der neuen Version per Anwendung individuell konfiguriert werden. Auch Such-Provider lassen sich jetzt einzeln deaktivieren, wer also beispielsweise in der GNOME Shell nie Ergebnisse von GNOME Documents erhalten will, kann dies nun leicht unterbinden. Ebenfalls neu ist ein Panel, das unterschiedliche Einstellungen zur Privatsphäre versammelt.

Verfügbarkeit

GNOME 3.8 Beta 1 wurde in Form des Source Codes der Einzelkomponenten veröffentlicht, und sollte bald in den Entwicklungsversionen diverser Distributionen - etwa Fedora 19 - landen. Am Zeitplan stehen nun noch zwei weitere Testversionen, bevor das fertige GNOME 3.8 am 27. März veröffentlicht wird. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 28.02.13)

  • GNOME 3.7.90 im "Classic"-Modus mit Fenster-Liste und einem Startmenü. Zudem verwendet dieser Modus ein anderes Theme, um sich deutlicher vom normalen GNOME-Shell-Modus abzusetzen.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    GNOME 3.7.90 im "Classic"-Modus mit Fenster-Liste und einem Startmenü. Zudem verwendet dieser Modus ein anderes Theme, um sich deutlicher vom normalen GNOME-Shell-Modus abzusetzen.

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