Frenzel nach "verrücktem" Springen Goldfavorit

28. Februar 2013, 12:22
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Starker Aufwind ermöglichten enorme Weiten auch für schwächere Springer - Bieler 2., Gruber 6.

Predazzo - Nach einem "verrückten" Springen, bei dem die Großschanze in Predazzo bis an ihre Grenzen ausgereizt wurde, geht der Deutsche Eric Frenzel als klarer Goldfavorit in den 10-km-Langlauf (15.30 Uhr) des WM-Bewerbs der Nordischen Kombinierer. Er setzte seinen Sprung bei 138,5 zum Schanzenrekord. Für die Österreicher hängen die Medaillen hoch, zumal viele starke Läufer ebenfalls sehr weit gesprungen sind. Christoph Bieler geht mit 14 Sekunden Rückstand als Zweiter, Bernhard Gruber mit 33 als Sechster und Willi Denifl mit 35 als Siebenter in die Loipe.

Für den Vize-Weltmeister von der Normalschanze, Mario Stecher, ist der Kampf um Edelmetall praktisch vorbei. Der 35-jährige Steirer landete nur bei 118,5 m und geht mit 1:54 Minuten Rückstand aussichtslos als 21. ins Rennen. "Ich war mit dem Sprung sicher nicht zufrieden, und es war bei mir noch denkbar schwierig. Ich habe jetzt nicht einmal mehr eine Mini-Chance", sagte Stecher.

"Für einen guten Skispringer ist es so, du stehst oben und weißt ganz genau, irgendwann ist ein Ende da. Der Aufwind ist immer stärker geworden, das war jetzt ein Riesenvorteil für die guten Läufer", konstatierte Bieler im Auslauf. Man hatte sich große Abstände erhofft, dies sei nun nicht eingetreten. Für Bieler ist Frenzel nun der Goldfavorit. "Man hat im ersten Einzelwettkampf gesehen, dass es nicht ganz so einfach ist, ganz allein zu laufen."

Gruber: " Es ist nichts unmöglich"

Für Gruber, der kurzzeitig den Schanzenrekord egalisiert hatte, dann aber von Frenzel noch um 2,5 m überboten wurde, war die Bewertung nicht ganz in Ordnung. "Es wird schwierig, weil die guten Läufer auch weit gesprungen sind. Ich hätte mich ein bisschen weiter vorne erhofft, weil der Sprung sehr sauber war und ich habe einen Telemark gesetzt. Ich werde noch einmal alles probieren, es ist nichts unmöglich", hoffte der Gesamt-Weltcup-Dritte.

Die Ausgangslage für die Österreicher ist jedenfalls um einiges schwieriger als nach dem Sprung vom kleinen Bakken. Da darf man sich von den Zwischenrängen zwei, sechs und sieben nicht täuschen lassen. "Sie haben schon ein bisschen wenig verkürzt", meinte auch Denifl. "Für uns ist es blöder als gute Springer. Ich bin auch ein guter Langläufer, es entscheidet sich auf der Loipe."

Nach einem Sturz bei 132,5 m aus dem Rennen um Edelmetall ist übrigens Tino Edelmann, der dreifache WM-Zweite von Oslo. Die starken Läufer Akito Watabe (JPN/+37), Doppel-Weltmeister Jason Lamy Chappuis (FRA/+1:08) und Magnus Moan (NOR/1:10) auf den Rängen acht, zehn und elf werden das Feld wohl von hinten aufrollen. (APA; 28.2.2013)

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    Kommt ein Frenzel geflogen.

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