Google-Gründer: "Smartphones sind entmannend"

28. Februar 2013, 09:53
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Aussage bei kurzer "Glass"-Präsentation sorgt für Kopfschütteln in der Community

Google-Co-Gründer Sergey Brin ist für seine Unberechenbarkeit durchaus bekannt: Gern taucht er schon einmal unangekündigt bei einer Pressekonferenz des Konzerns auf - und zieht schnell die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. So darf es eigentlich nicht verwundern, dass Brin am Mittwoch einen spontanen Auftritt bei der TED-Konferenz in Long Beach, Kalifornien, hinlegte, um das maßgeblich von ihm mitbestimmte "Project Glass" zu bewerben. Ungewohnt allerdings, dass Brin der eigene Auftritt offenbar etwas entglitt.

"Entmannend"

So bezeichnete der Google-Gründer Smartphones wörtlich als "irgendwie entmannend" und "antisozial". Man stehe damit in der Gegend und reibe an dieser glatten Glas-Oberfläche herum, bei der es aber gar nichts zu fühlen gebe. Google Glass sei ein Versuch dieses "nervöse Angewohnheit", bei der man dauernd so tue, als ob man etwas wichtiges zu tun habe, unnötig zu machen. Durch die direkte Projektion auf das Auge, würden Sicht und Hände wieder für soziale Interaktion freigegeben.

Mandroid

Wenig überraschend brachte Brin das "Entmannungs"-Zitat schnell jede Menge Spott in diversen Online-Kanälen ein. So haben findige KritikerInnen bereits Mockups für "Mandroid" - dem Android für "echte" Männer - konzipiert.

Verfügbarkeit

Derzeit steht Google Glass erst einigen ausgewählten EntwicklerInnen zur Verfügung. Dieses Programm soll aber in Kürze ausgedehnt werden. Daran Interessierte fordert Google dazu auf unter dem Hashtag #ifihadglass bei Twitter oder Google+ zu posten, für welche kreativen Anwendungen sie Google Glass nutzen würde, wenn sie eine der Brillen erhalten sollten.

Marktstart

Diese Möglichkeit ist derzeit allerdings auf die USA beschränkt, wer auserwählt wird, muss zudem noch 1.500 US-Dollar für "Glass" zahlen. Diese Exklusivität soll aber in nicht all zu großer Ferne schon ein Ende habe, Google verspricht Glass noch vor Ende des Jahres in den Handel zu bringen - ob dies auch außerhalb der USA der Fall sein wird, darf angesichts aktueller Erfahrungen mit der Produktpolitik von Google allerdings bezweifelt werden.

Preis

Zumindest in dieser Hinsicht hatte Brin dann aber auch noch etwas Neues zu bieten, legt sich der Google-Gründer doch fest, dass der Verkaufspreis im Handel dann unter den aktuellen 1.500 US-Dollar liegen soll. (red, derStandard.at, 28.2.2013)

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    Fühlt sich durch Smartphones "entmannt": Google-Gründer Sergey Brin.

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