Gleiche Genabweichung bei psychischen Störungen

28. Februar 2013, 08:00
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Ergebnisse von Großstudie könnten künftig Diagnose erleichtern

Washington - In einer Großstudie haben US-Wissenschaftler gemeinsame Gen-Abweichungen bei Patienten von fünf wichtigen psychischen Erkrankungen festgestellt. Für ihre am Donnerstag in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie untersuchten die Forscher das Erbgut von mehr als 33.300 Patienten, die an Autismus, dem Aufmerksamkeits-Defizitsyndrom ADHS, bipolaren Störungen, schwerer Depression und Schizophrenie erkrankt waren. In der bisher größten Studie dieser Art verglichen sie die Daten dann mit denen von knapp 28.000 Menschen ohne psychische Erkrankung.

Die Forscher fanden heraus, dass die Patienten der fünf psychischen Erkrankungen allesamt Anomalien an den Chromosomen zwei und zehn aufwiesen. Defekte gab es auch an zwei Genen, die die Zufuhr von Kalzium in Gehirnzellen regeln. Eines der beiden Gene, CACNA1C, war bereits zuvor mit bipolaren Störungen, die auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet werden, und Schizophrenie in Verbindung gebracht worden.

Patienten europäischer Abstammung

In dem "Lancet"-Artikel schreiben die Forscher des Psychiatrics Genomics Consortium, die Gendefekte allein erklärten nicht die Krankheiten oder die unterschiedlichen Symptome. Auch sei lediglich das Erbgut von Patienten europäischer Abstammung untersucht worden, die Ergebnisse bei Analysen von Patienten anderer Herkunft könnten unterschiedlich ausfallen. Die Studienergebnisse könnten aber künftig die Diagnose der Krankheiten erleichtern. (APA, 28.2.2013)

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