Backflips im Backcountry

27. Februar 2013, 21:07
13 Postings

Die Freeride World Tour kommt über den Wildseeloder - "Dichte an der Spitze"

Fieberbrunn - Wirklich kompliziert ist das Wettkampf-Format ja nicht. Ein Tor steht auf dem Berg, ein zweites Tor steht im Tal, beide gilt es zu passieren. Was freilich zwischen den beiden auffälligen Rundbögen passiert, sieht derart spektakulär aus, dass die Ermittlung des Gewinners für die Zuschauer kompliziert wird.

Zum bereits dritten Mal gastiert am Samstag, 9. März, die Freeride World Tour (FWT) in Fieberbrunn. Abseits gesicherter Pisten geht es für die Athleten den Wildseeloder hinunter. Vom Gipfel (2118 Meter) bis ins Ziel sind 618 Höhenmeter zu bewältigen. Zeit spielt eine untergeordnete Rolle. Wer die atemberaubendste Linie in bis zu 70 Grad steilem Gelände in den Tiefschnee zaubert, hat gewonnen.

Gefährliche Felsvorsprünge und mehr als zehn Meter hohe Klippen sollten eher übersprungen denn umfahren werden. Die Direttissima-Variante, sofern kontrolliert und ohne unnötiges Risiko verfolgt, sehen die Punkterichter unten im Tal besonders gerne. Wobei überspringen nicht gleich überspringen ist: Drew Tabke aus Seattle gewann im Vorjahr bei den Skifahrern auch dank eines Backflips in voller Geschwindigkeit über einen Felsvorsprung, wobei er gleich einen weiteren Sprung folgen ließ.

World Tour in Fieberbrunn 2011 (M. Haunholder)

Die spektakulären Läufe können die Zuschauer in Fieberbrunn, sofern das Wetter passt, am Gegenhang mit Ferngläsern oder auf Videoleinwänden verfolgen. Die lokalen Veranstalter errichten am Lärchfilzkogel eine Tribüne aus Schnee, im März 2012 kamen rund 3000 Zuschauer.

Die Freerider müssen vor ihrem Start den Wildseeloder erst erklimmen. Zunächst geht es mit Gondeln und Seilbahnen hinauf, der Gipfelsturm erfolgt zu Fuß, in rund 45 Minuten haben es die Rider geschafft. Wieder dabei ist Lokalmatador Matthias Haunholder, der im Vorjahr verletzungsbedingt gefehlt hatte. "Die Dichte an der Spitze ist in dieser Saison enorm gestiegen", sagte der Tiroler dem Standard. Beim vierten Tourstopp am Mittwoch in Kirkwood, USA, landete Haunholder in der Wertung der Skifahrer als bester Österreicher auf Rang 19.

Bester Österreicher im Gesamtranking ist Fabio Studer (6.), er bestreitet seine erste Saison auf der FWT. Der 26-jährige Vorarlberger, der aus der Freeski-Szene kommt, hat neben seinen Freeride-Fähigkeiten vor allem mit Sprüngen im freien Gelände aufgezeigt. Die 23-jährige Vorarlberger Neueinsteigerin Nadine Wallner kommt nach Platz fünf in Kirkwood als Gesamtführende nach Fieberbrunn. Eva Walkner aus Salzburg, die im Vorjahr den Event vom Wildseeloder gewann, musste ihre Saison nach einem Kreuzbandriss, den sie sich Anfang Jänner beim ersten Rennen in Revelstoke zugezogen hat, vorzeitig beenden. (krud, DER STANDARD, 1.3.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Lokalmatador Matthias Haunholder,...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    im Vorjahr noch verletzt, ist diesmal in Fieberbrunn wieder mit dabei.

Share if you care.