"Herztöne" auf ORF eins: Volksverdummung

Ansichtssache27. Februar 2013, 18:37
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Klatschreporterin Lissie spannt - wenn auch ohne es zu wissen - der Kronprinzessin von Dänemark den Bräutigam aus

Als Jungmädchentraum ausgedient hat der Beruf der Prinzessin. Dank einschlägiger Blätter weiß man ja, was das bedeutet: Dauergrinsen, Magersucht, Depression. Auch nicht lustig.

Alternativen zeigte Dienstag der ORF-Fernsehfilm Herztöne auf: Klatschreporterin Lissie (Jennifer Ulrich) spannt darin - wenn auch ohne es zu wissen - der Kronprinzessin von Dänemark den Bräutigam aus. Mirjam Weichselbraun spielt diese Prinzessin, mit einem dänischen Akzent als einzigem Persönlichkeitsmerkmal.

foto: orf/sevenone/sat.1/christiane pausch

Die Geschichte von Lissie und ihrem Fastprinzen (Pasquale Aleardi) erzählt in der Folge vom rundum perfekten Leben. Champagnersaufend lernen sie einander kennen, es folgt die offenbar beste Nacht ihres Lebens. Damit nicht genug: Lissie wird gleich noch schwanger. Der Vater des Kindes entpuppt sich als selten netter Kerl, der sich rührend um seinen senilen Papa kümmert. Villa am See und Familienunternehmen gibt es obendrauf.

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foto: orf/sevenone/sat.1/christiane pausch

Die Geschichte von Lissie und ihrem Fastprinzen (Pasquale Aleardi) erzählt in der Folge vom rundum perfekten Leben. Champagnersaufend lernen sie einander kennen, es folgt die offenbar beste Nacht ihres Lebens. Damit nicht genug: Lissie wird gleich noch schwanger. Der Vater des Kindes entpuppt sich als selten netter Kerl, der sich rührend um seinen senilen Papa kümmert. Villa am See und Familienunternehmen gibt es obendrauf.

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foto: orf/sevenone/sat.1/christiane pausch

Weil Papi in Letzterem ein bisschen herumgepfuscht hat, droht die Pleite, weshalb Paul auf die grandiose Idee kam, Prinz von Dänemark zu werden. Am Ende fädelt ausgerechnet der verwirrte Vater einen Deal mit solventen Arabern ein, Paul verlässt die Prinzessin und eilt zu seiner Lissie.

Das ist nicht nur Volksverdummung der schlimmsten Sorte - in seiner Vorhersehbarkeit ist es unglaublich fad. Einziger Lichtblick: Andrea Sawatzki als Lissies leicht entrückte, aber knallharte Chefin. In einem kanariengelben Blazer taucht sie an Lissies neuem Arbeitsplatz auf, einem Tiermagazin. Als sie sich dort eine verirrte Schildkröte schnappt und geistesabwesend mit ihr herumfuchtelt, wird es kurz lustig. Das war auch schon alles. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 28.2.2013)

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