Stronach wirbt am meisten

27. Februar 2013, 18:12
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Media Focus: 2,4 Millionen Euro Bruttowerbevolumen im Jänner und Februar - Puls 4: Milliardär zahlt Werbung - und kriegt eine Doku

Wien - Hat Frank Stronach den Privatsender Puls 4 dafür bezahlt, eine fast dreistündige, gutgesinnte Doku - die "Frank Stronach Story" - zu senden? Und: wie viel?

Team Stronach twitterte: "Zu #puls4-Doku: Team Stronach hat die Bewerbung der Doku bezahlt und sich auch die Verwendung des Videomaterials gesichert." Das verwirrt auch intern.

Als Werbung verwendbar

"Wir haben Werbeeinschaltungen gekauft, die mit der Doku nichts zu tun haben", behauptet Stronach-Klubobmann Robert Lugar. Stronachs Pressesprecher Rouven Ertlschweiger sagt indes, die Partei habe für die Programmhinweise auf die Dokumentation gezahlt. Beide geben zu, Teile des Filmmaterials gekauft zu haben. "Die können wir später etwa für Werbespots verwenden - das machen wir aber auch beim ORF so", sagt Lugar. Und schweigt wie Puls 4 über die Summen. Der Sender verneint weiter "wirtschaftlichen oder redaktionellen Einfluss".

2,4 Millionen Euro Bruttowerbevolumen

Was Frank Stronach Werbung wert ist, zeigt die vorläufige Analyse der Werbebeobachter von Media Focus für den STANDARD: Sie weisen dem "Team" für Jänner und Februar 2,4 Millionen Euro Bruttowerbevolumen aus. Mehr als ÖVP und Personenkomitee Pröll zusammen.

Zu beachten gilt hier allerdings: In den vorläufigen Februar-Daten von Focus (bis Anfang dieser Woche) fehlen noch die Werbevolumina für Kino, Online und vor allem das zentrale Wahlkampfmedium Plakat. Gerade Niederösterreichs ÖVP und das Personenkomitee pflastern Niederösterreich in diesen Tagen voll mit Sujets für und mit Erwin Pröll, besonders intensiv eben im Februar.

2,1 Stronach-Millionen gingen in Printmedien; "Österreich" etwa wird täglich gebucht, manche Artikel lesen sich wie Werbetexte. In TV-Spots investierte Stronach bis Anfang dieser Woche nur 175.000 Euro - aufgeteilt auf Privatsender. Vorne liegen laut Focus die Puls-Schwesterkanäle ProSieben und Sat.1, dann (nach RTL und ATV) Kabel 1 und "Café Puls". (fid/nik, DER STANDARD, 28.2.2013)

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