15.000 Euro für 600 Euro verkauft: Strafen für drei Angeklagte

27. Februar 2013, 16:56
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Geldfälscher-Trio wurde am Wiener Straflandesgericht der Prozess gemacht

Wien - "Und warum haben Sie das gemacht?", will Beate Matschnig, Vorsitzende des Schöffensenates am Wiener Straflandesgericht, von Stephanie C. wissen. "Weil ich jung und dumm bin", antwortet die 18-Jährige. Eine eher mutige Antwort, wenn man vor Gericht sitzt, weil man an der Fälschung von 15.000 Euro beteiligt war.

Private Banknoten-Druckerei

Neben der Niederösterreicherin sitzen die beiden Haupttäter, Daniel S. und Otto S., beide 30 Jahre alt. Letzterer hat auch mit Marihuana gehandelt, dabei zahlte ein Kunde einst mit einem falschen 50-Euro-Schein. Also entwickelte sich der Gedanke, eine private Banknoten-Druckerei zu starten.

"Wir haben gelbes Papier gekauft, die 50er eingescannt, dann mit dem Farbdrucker ausgedruckt und ein Hologramm aus Silberfolie aufgeklebt", schildert Daniel S. dem Senat. Von den ersten 20 Stück wurde allerdings ein Teil unbrauchbar, da er nass wurde - und damit lila.

15.000 Euro für 600 Euro

Über einen Bekannten lernte das Trio einen Mann kennen, der ein Angebot machte: 15.000 Euro wollte er ihnen zum schlechten Preis von 600 Euro abkaufen. "Es war kurz vor Weihnachten, ich wollte meinen Kindern Geschenke kaufen", erläutert Daniel S., warum er mit seiner Freundin ein Wochenende lang Geld druckte und zurechtschnitt. Vergebliche Mühe - denn der Käufer war eine Vertrauensperson der Polizei.

Die rechtskräftigen Urteile: sechs Monate bedingt für Stephanie C., jeweils 18 Monate teilbedingt für die beiden Männer. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 28.2.2013)

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