Deutsche-Telekom-Börsegang: Muster-Prozess auf 22. Mai vertagt

27. Februar 2013, 16:04
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Kläger fühlen sich von Prospekt getäuscht verlangen 10 Mio. Euro Schadenersatz

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat am Mittwoch erstmals über die neue Musterklage enttäuschter Kleinaktionäre gegen die Deutsche Telekom AG verhandelt. In dem Prozess sind die Klagen von rund 150 Anlegern gebündelt, die sich beim zweiten Börsengang des früheren Staatsunternehmens im Jahr 1999 mit T-Aktien eingedeckt hatten und später heftige Kursverluste erlitten. Die Kläger verlangen den Anwälten zufolge rund 10 Mio. Euro Schadensersatz, weil sie sich vom Börsenprospekt getäuscht fühlen. Das Gericht vertagte sich am Nachmittag auf den 22. Mai zur Verkündung einer Entscheidung, die nicht zwingend ein Urteil sein muss.

Bereits Musterklage zum dritten Börsengang abgeschmettert

Der Prozess begann vor dem selben OLG-Senat, der bereits im Mai 2012 die weit umfangreichere Musterklage zum dritten Börsengang aus dem Jahr 2000 abgeschmettert hatte. Das Gericht hatte in dem damals zu prüfenden Börsenprospekt keine gravierenden Fehler entdecken können. Zahlreiche Fragen aus dem neuen Verfahren wurden bereits damals eindeutig entschieden, sodass bei der aktuellen Klage mit einem Erfolg der Kleinanleger in dieser Instanz kaum gerechnet werden kann. Die Telekom AG verweist auf das erste OLG-Urteil und hält ihre Börsenprospekte weiterhin für richtig und vollständig.

Klägeranwalt Andreas Tilp hat vorsorglich auch im zweiten Fall den Gang vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe angekündigt, dessen Entscheidung zum ersten Fall noch aussteht. (APA/dpa, 27.2.2013)

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