Italien: Grillo erteilt Bersani eine Abfuhr

27. Februar 2013, 15:59
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Mitte-links-Chef Bersani will Regierungsauftrag übernehmen und mit Beppe Grillo verhandeln - Dieser lehnt jedoch ab

Rom - Nach der Pattsituation im italienischen Parlament hat Mitte-links-Chef Pierluigi Bersani am Mittwoch politische Gespräche in Rom in die Wege geleitet, doch die Regierungsbildung gestaltet sich als durchaus schwierig. Bersani ist bereit, den Regierungsauftrag zu übernehmen und signalisiert Interesse an Verhandlungen mit der Protestbewegung "Fünf Sterne" um den Starkomiker Beppe Grillo. Dieser lehnt jedoch ein politisches Bündnis mit der Mitte-links-Allianz entschieden ab und sparte nicht mit vehementen Attacken gegen Bersani.

"Wir werden keiner Regierung unser Vertrauen aussprechen. Wir werden keine Abkommen schließen, sind jedoch zum Dialog über Ideen bereit, die unserem Wahlprogramm entsprechen. Es gibt für uns eine Alternative", betonte Grillo auf Twitter. Bersani bezeichnete er als "Sprechenden Toten". "Bersani ist ein politischer Stalker. Seit Tagen belästigt er die Fünf Sterne-Bewegung mit unanständigen Angeboten, statt zurückzutreten, wie jeder andere an seiner Stelle getan hätte", schrieb Grillo.

"Allianz mit Berlusconi wäre Selbstmord"

Die Worte des 64-jährigen Kabarettisten sind eine kalte Dusche für Bersani, der mit einem Paket von fünf bis sechs Vorschlägen ins Parlament gehen und dazu die Vertrauensfrage stellen will. Er ist bereit, einer Reform des Wahlgesetzes und eine Verringerung der Zahl der Parlamentarier den Vorrang zu geben und hofft dabei auf die Unterstützung der Grillo-Truppe.

Eine Alternative für Bersani wäre eine Allianz mit Mitte-rechts-Chef Silvio Berlusconi, der bei den zweitägigen Parlamentswahlen am Sonntag und Montag überraschend gut abgeschnitten und die Mehrheit der Sitze im Senat erhalten hat. Damit kann er das Parlament in Rom blockieren. Der linke Flügel in der PD warnt Bersani vor einer Wahlallianz mit dem Medienzaren. "Eine Allianz mit Berlusconi wäre Selbstmord", sagte der Wirtschaftsexperte des PD, Stefano Fassina. (APA, 27.2.2013)

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    Pierluigi Bersani steht derzeit noch ohne Partner da.

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