Interdisziplinäre Klärung des Reichstagsbrandes gefordert

27. Februar 2013, 15:49
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Petra Pau: Politik sollte mit Historikern, Brandexperten und anderen Fachkräften zusammenarbeiten

Berlin - 80 Jahre nach dem Brand des Berliner Reichstags hat die Vizepräsidentin des deutschen Bundestags, Petra Pau, eine staatliche Überprüfung des noch immer ungelösten Kriminalfalls gefordert, der enorme politische Auswirkungen hatte. Gerade der Deutsche Bundestag "sollte ein Interesse daran haben und auf weitere Klärung drängen", sagte Pau bei der Eröffnung der Sonderschau "Der Reichstag brennt!" im Berliner Feuerwehrmuseum.

Pau regte eine interdisziplinäre Prüfung in Kooperation mit Historikern, Brandexperten und anderen Fachkräften an. "Das könnte ein Anliegen im Deutschen Bundestag in der 18. Legislaturperiode sein". Der Berliner Reichstag war am 27. Februar 1933 in Flammen aufgegangen. Die Nazis nutzten das Inferno, um die politischen Grundrechte in der Republik außer Kraft zu setzen. Die Hintergründe der Tat sind bis heute umstritten.

Der 24-jährige Marinus van der Lubbe wurde im Dezember 1933 vom Leipziger Reichsgericht wegen Hochverrats und Brandstiftung zum Tode verurteilt und später hingerichtet. Er hatte ausgesagt, das Feuer im Reichstag allein gelegt zu haben. Mit ihrem Versuch, die Kommunisten mit dem Anschlag in Verbindung zu bringen, scheiterten die Nazis aber. Vier Mitangeklagte - darunter der KPD-Abgeordnete Ernst Torgler und der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff - wurden freigesprochen. Das 1934 vollstreckte Todesurteil gegen van der Lubbe hob die deutsche Bundesanwaltschaft erst 2007 auf. (APA/red, derStandard.at, 27. 2. 2013)

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