Österreichische Jemen-Geisel: Ashton schaltet sich ein

27. Februar 2013, 21:54
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EU-Beauftragte telefonierte mit Jemens Präsident Hadi

Brüssel/Sanaa/Wien - In die Bemühungen zur Befreiung des im Jemen entführten Österreichers Dominik N. hat sich nun EU-"Außenministerin" Catherine Ashton eingeschaltet. Wie die APA am Mittwoch aus EU-Kreisen in Brüssel erfuhr, führte Ashton am gestrigen Dienstag in dieser Angelegenheit ein Telefongespräch mit dem jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi höchstpersönlich.

Nähere Inhalte der Konversation wurden unter Hinweis auf die laufenden Bemühung zur Lösung des Entführungsfalls nicht bekannt gegeben. "Ashton hat den Präsidenten von Jemen angerufen", hieß es in den EU-Kreisen. "Sie haben über diese Angelegenheit gesprochen." Auch andere Fragen zur politischen Situation im Jemen wurden den Angaben zufolge in dem Telefonat zwischen Ashton und Hadi erörtert.

Video von Familie

Die Familie des im Jemen entführten Österreichers hat an die Geiselnehmer appelliert, Dominik N. freizulassen. In einem Video, das am Mittwoch auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht wurde, sagte der Vater Josef N.: "Im Namen der engsten Familie Dominiks, die mich hier umgibt, bitte ich eindringlich um eine rasche und unversehrte Freilassung meines Sohnes." Dominiks Mutter, die einen Schleier trug, ergänzte unter Tränen: "Ich flehe Sie an, meinen Sohn seiner Familie wiederzugeben." Auch der jüngere Bruder des Entführen ist in dem Video zu sehen.

Die Mutter sagte, Dominik "achtet die Kultur Jemens und die arabische Sprache. Er ist mir ein unendlich guter Sohn, dem die Familie wichtig ist." Seine Angehörigen seien "verzweifelt und krank vor Angst und Ungewissheit".

Josef N. bedankte sich bei dem Groß-Scheich von Al-Azhar Ahmed al-Tayyeb für seinen Appell, "die unschuldige junge Geisel, die unter dem Schutz der muslimischen Gesellschaft in Jemen stand, ehest und in Sicherheit freizulassen". Auch den solidarischen Aufruf der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, die die Entführung und Todesdrohungen verurteile, habe er dankbar aufgenommen.

Der im Jemen entführte Österreicher Dominik N. hat in einem am Wochenende aufgetauchten Video an die Regierungen des Jemen, Österreichs und anderer Staaten appelliert, Lösegeldforderungen seiner Entführer zu erfüllen. Andernfalls werde er sieben Tage nach Veröffentlichung des Videos getötet, so N. in dem Video. Der Österreicher war am 21. Dezember gemeinsam mit einem Paar aus Finnland mitten in der Hauptstadt Sanaa verschleppt worden.

Am Montag hatte bereits ein Sprecher Ashtons gegenüber der APA erklärt, die EU-Außenpolitik-Beauftragte stehe in dem Entführungsfall in Kontakt mit den österreichischen und den finnischen Stellen. Der Auswärtige Dienst der EU verfolge den Fall seit dem 21. Dezember. Es gebe aber kein Wissen darüber, wer die Kidnapper und was ihre Forderungen seien. Auch bestünde keine Klarheit darüber, wo die Geiseln festgehalten werden. (APA, 27.2.2013)

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    Lady Ashton will bei Geiselbefreiung helfen.

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