Vier Tote bei Amoklauf in Schweizer Unternehmen

28. Februar 2013, 12:13
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42 Jahre alter Täter ebenfalls tot - Motiv unklar

Luzern - Nach dem Amoklauf in einem Holzbetrieb im Schweizer Kanton Luzern ist die Zahl der Toten nach Angaben eines Lokalradios auf vier gestiegen. Auch der Amokläufer selbst wurde später tot aufgefunden. Sieben Menschen wurden verletzt, davon sechs schwer, gab die Polizei bekannt. Ein Opfer sei später seinen schweren Schussverletzungen erlegen, berichtete der Sender RadioPilatus am Donnerstag. Die Polizei wollte den Bericht gegenüber AFP zunächst nicht bestätigen.

Beim mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 42-jährigen Schweizer handeln, der seit mehreren Jahren bei der Firma tätig war. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um einen ruhigen Mann, der nicht aufgefallen sei. Kollegen berichteten allerdings von psychischen Problemen des 42-Jährigen. 

Auf Kollegen geschossen

Der 42-Jährige hatte am Mittwoch in dem Betrieb Kronospan in der Gemeinde Menznau während einer Frühstückspause auf mehrere Kollegen geschossen und einen Mann und eine Frau getötet. Der Schütze schoss nach Angaben von Kripo-Chef Daniel Bussmann mit einer Faustfeuerwaffe gezielt auf Personen. 

Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA setzte drei Hubschrauber ein und flog Schwerverletzte in verschiedene Krankenhäuser. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine Hotline eingerichtet.

Wie der Schütze ums Leben kam, wollte die Polizei erst nach der Autopsie mitteilen. Die Zeitung "20 Minuten" berichtete, ein Angestellter der Holzfabrik habe den Mann mit einem "Gegenstand, einem Stuhl" geschlagen und dadurch getötet.

Firma gehört Salzburger Unternehmer

Das Gebiet um den Tatort - das Unternehmen Kronospan, das im Besitz der Krono Holding ist, die wiederum dem Salzburger Spanplattenkonzern Ernst Kaindl gehört, - wurde großräumig abgesperrt. Die Tat ereignete sich gegen 9.00 Uhr im Bereich der Werkstatt, einem Korridor zur Betriebskantine sowie in dieser selbst. Kronospan stellte die Produktion nach der tödlichen Schussabgabe vorläufig ein.

Rund hundert Beschäftigte

Der Gemeindepräsident von Menzau, Adrian Duss, äußerte tiefe Betroffenheit. Die Kronospan-Fabrik in Menznau sei mit rund hundert Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber in der Gemeinde und der gesamten Region. Der Schweizer Bundesrat drückte nach einer Sitzung ebenfalls seine Betroffenheit aus. Die Regierung habe mit tiefer Bestürzung von den Todesfällen und Verletzten Kenntnis genommen, sagte Bundesratssprecher Andre Simonazzi vor den Medien.

Motiv unklar

Sofort nach der Tat begann in der Holzfabrik und der Gemeinde das Rätselraten über das Motiv des Schützen. In Schweizer Medien hieß es, bei Kronospan seien möglicherweise wegen eines akuten Holzmangels aufgrund witterungsbedingter Lieferrückstände Entlassungen geplant gewesen. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang mit der Bluttat gab, blieb jedoch zunächst völlig unklar. Kündigungen seien in der letzten Zeit keine ausgesprochen worden, teilte der Konzern bei der Pressekonferenz mit. (APA, 27.2.2013)

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    Bei einem Amoklauf in einem Schweizer Unternehmen im Kanton Luzern sind am Mittwoch drei Menschen getötet und sieben verletzt worden.

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    Tatort war der Holzverarbeitungsbetrieb Kronospan, der im Besitz der Krono Holding ist. Diese wiederum gehört einem Salzburger Unternehmer.

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