Vodafone legt Kabel-Deutschland-Offerte auf Eis

27. Februar 2013, 12:30
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Aktie verlor daraufhin um 5 Prozent

Der britische Mobilfunkriese Vodafone hat einem Medienbericht zufolge seine Pläne für eine Übernahme von Kabel Deutschland vorerst auf Eis gelegt. Vodafone verfolge das Vorhaben zunächst nicht weiter, nachdem zuvor die internen Diskussionen über ein mögliches Offert für Kabel Deutschland an die Öffentlichkeit gelangt seien, berichtete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen.

Das Leck habe die Sache komplizierter gemacht. Einen neuen Zeitrahmen für ein Offert gebe es nicht, hieß es. Vodafone Deutschland und Kabel Deutschland wollten sich dazu nicht äußern.

Nicht endgültig begraben

Die Nachricht kam bei Anlegern nicht gut an: Die Kabel-Deutschland-Titel verloren am Mittwoch fünf Prozent auf 66,15 Euro und waren damit Schlusslicht im Nebenwerteindex MDax. Nach Einschätzung eines Fondsmanagers hat Vodafone seine Pläne damit aber nicht endgültig begraben. Die Briten könnten warten, bis ein wenig Gras über die Geschichte gewachsen sei und dann in sechs Wochen Gespräche mit dem Management des deutschen Kabelmarktführer aufnehmen.

Insider-Informationen

Reuters hatte im Jänner von einem Insider erfahren, dass Vodafone ein Übernahmeangebot für den seit 2010 an der Börse notierten Kabelnetzbetreiber erwägt. Der Plan, der von Vodafone Deutschland ausgearbeitet worden sei, müsste noch von der Konzern-Spitze in London abgesegnet werden, hieß es seinerzeit. Analysten hatten ein Zusammengehen von Deutschlands zweitgrößtem Mobilfunkanbieter mit dem Kabel-Primus als sinnvoll für beide Firmen erachtet. Der Kauf wäre aber teuer geworden: An der Börse war Kabel Deutschland vor dem jüngsten Kursrutsch gut 6 Milliarden Euro wert - zusätzlich müsste Vodafone noch die 2,8 Milliarden Euro schultern, mit denen die Münchner in der Kreide stehen. (APA, 27.2.2013)

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