Verbot spionierender Schaufensterpuppen gefordert

27. Februar 2013, 12:02
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EU-Abgeordnete schlagen Datenschutz-Alarm wegen heimlicher Videokameras und Gesichtserkennung

Schaufensterpuppen, die mittels eingebauter Kameras und Gesichtserkennungssoftware die Kunden in Geschäften heimlich ausspionieren, beschäftigen die EU-Kommission. EU-Justizkommissarin Viviane Reding kündigte in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ-Europaabgeordneten Josef Weidenholzer und Evelyn Regner an, "die Entwicklung derartiger Technologien aufmerksam zu verfolgen".

Strengere Regeln

Die Abgeordneten machten die Kommissarin auf den Fall der "EyeSee-Mannequins" aufmerksam, Schaufensterpuppen der italienischen Firma Almax mit in den Augen installierten Videokameras und einer Software zur Gesichtserkennung. Sie könnten "wesentliche persönliche Merkmale wie Geschlecht, Herkunft und Alter der Kundinnen und Kunden feststellen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben der EU-Abgeordneten.

Reding erklärte, die von ihr vorgeschlagene neue Datenschutz-Verordnung sehe strengere Regeln und eine "ausdrücklichen" Einwilligung von Betroffenen vor. Außerdem sei in dem EU-Verordnungsentwurf ein restriktiverer Ansatz zur Profilerstellung geplant.

Verbot gefordert

"Spion-Aktionen zu Marketingzwecken sollen verboten und strafbar werden", forderte Regner. Fälle wie die versteckte Gesichtserkennung sollten EU-weit unmissverständlich verboten werden. "Die Software für die Schaufensterpuppen wurde zusammen mit der Polytechnik-Universität in Mailand entwickelt. Laut Herstellerangaben wurden die Puppen auch bereits in mehreren europäischen Ländern vertrieben", sagte Weidenholzer. Beide EU-Abgeordneten befassen sich mit der Reform des EU-Datenschutzes im EU-Parlament, das über eine Neuregelung mitentscheidet. (APA, 27.2.2013)

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    Die EU-Komission befasst sich mit "sehenden" Schaufensterpuppen.

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