Grüner Wohnraum: "Das Fenster zur Natur"

1. März 2013, 17:00
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Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept

Trübes Wetter, graue Häuserfronten, zu wenig Tageslicht und stressige Arbeitswelten prägen den grauen Alltag. Nicht nur jetzt, wo der Winter schon seine Spuren hinterlassen hat, sehnt man sich wieder nach Frischluft und Grün – das "Draußen" nimmt jetzt, wo man den Großteil seiner Zeit in Bürobunkern verbringt, große Bedeutung ein.

Nicht umsonst sind beim ersten Sonnenschein Parkbänke und Gastgärten gefüllt und Wohnraumsuchende sehnen sich nach einer Freifläche beim (Eigen-)Heim. Innovative Architekten, Landschaftsplaner und Gärtner haben diese Trends bereits erkannt und bieten passende Angebote – so auch Katharina Lapin von Green Rabbit. Im Interview spricht sie über Indoorgärten, das Bedürfnis nach dem Draußen und solider Handarbeit.

derStandard.at: Noch in den Achtzigerjahren war der Wintergarten der letzte Schrei, welche Gartentrends gibt es heute?

Katharina Lapin: Heute sind die so genannten Indoorgärten stark im Kommen. Da geht es darum, das Grüne in die Innenräume hineinzutragen. Bei Indoorgärten wird sehr viel mit tropischen Pflanzen gearbeitet. Man kann beispielsweise Trennwände aus lebenden Pflanzen gestalten oder Innenwände begrünen, indem man etwa Schienen an die Wand montiert und hängende Kräuterbeete versetzt. (s. Bild links) Aber am besten ist immer noch ein Stückchen Grün, das draußen ist.

derStandard.at: Viele Leute haben weder Garten noch Platz für Indoor-Gärten – und oft auch keinen Balkon. Wie können sie gärtnern?

Katharina Lapin: Natürlich eignen sich ein Garten oder zumindest ein Balkon für diese Zwecke am besten. Aber oft kann schon auch ein kleines Pflanzenkisterl glücklich machen – denn immer mehr Leute wollen nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen arbeiten. Abseits des privaten Freiraumes tun sich in letzter Zeit auch immer mehr Städter zusammen, um beispielsweise Höfe in Gemeinschaftsgärten umzugestalten.

derStandard.at: Warum ist dieser Trend in den vergangenen Jahren so bedeutend geworden?

Katharina Lapin: Das Draußensein weckt in uns Menschen etwas Tiefsitzendes. Mir scheint als würde es immer wichtiger werden - das sieht man beispielsweise auch anhand des Immobilienmarkts. Heute wird kaum etwas gebaut, ohne dass zumindest eine kleine Grünfläche oder ein Balkon dabei sind. Das wertet Immobilien sehr stark auf.

derStandard.at: Was sollte man bei Garten- und Balkonplanung bedenken?

Katharina Lapin: Wenn ich zum Beispiel ein Haus baue, wäre es gut vorher zu überlegen, auf welcher Seite man dann rausschaut, was man gerne hätte und welchen Baum man gerne tagtäglich vor dem Terrassenfenster sehen würde. Aber genauso wichtig ist, wo welche Pflanzen hinkommen.

Man muss auf Licht und Schatten achten, darauf, wie viel Zeit man hat, sich um sie zu kümmern. Wenn mir die Zeit für den Balkon fehlt, sollte ich eher schauen, dass ich robuste Pflanzen nehme. Aber ich muss auch auf die Tröge achten, genauso wie auf die Wasserzufuhr. (Nina Brnada, derStandard.at, 1.3.2013)

  • Platz für ein bisschen - essbares - Grün ist selbst  auf dem Fensterbrett im Büro: Hier wachsen Kresse und Rucola.
>> Zum Thema: Die Büros ergrünen
    foto: derstandard.at/ped

    Platz für ein bisschen - essbares - Grün ist selbst  auf dem Fensterbrett im Büro: Hier wachsen Kresse und Rucola.

    >> Zum Thema: Die Büros ergrünen

  • In diesem Entwurf einer Indoor-Begrünung sind Pflanzen nicht nur dazu da, ästhetische Ansprüche zu erfüllen, sie haben auch eine praktische Funktion: die hängenden Kräuter an der Wand neben dem Esszimmertisch sollen gleich zur Hand sein zum Würzen und Garnieren – je nach Gusto pflanzt man hier beispielsweise Petersilie, Basilikum, Rosmarin und Ähnliches.
Die Zypergräser hingegen dienen der besseren Raumaufteilung, sie grenzen den Essbereich vom Wohnbereich ab und schaffen so eine optische wie auch strukturelle Barriere. Weiters ist der mit Zypergräsern bepflanzte Trog ein Blickfang in der Wohnung. Die Erde im Trog wird mit weißem Marmorzierkies bedeckt. Darin pflanzen kann man so genannte Zypergräser. Sie kommen natürlich in tropischen Sümpfen vor – lieben es auch im Zimmer feucht und können deswegen auch in Wasserbecken gepflanzt werden.
Der Standort sollte hell bis sonnig und ganzjährig warm sein. Kleine Doldenblüten erscheinen fast ganzjährig. Von den über 600 Arten haben unter anderem Cytisus alternifolius, Cytisus gracilis und Cytisus haspan Bedeutung als Zimmerpflanze.
    foto: greenrabbit

    In diesem Entwurf einer Indoor-Begrünung sind Pflanzen nicht nur dazu da, ästhetische Ansprüche zu erfüllen, sie haben auch eine praktische Funktion: die hängenden Kräuter an der Wand neben dem Esszimmertisch sollen gleich zur Hand sein zum Würzen und Garnieren – je nach Gusto pflanzt man hier beispielsweise Petersilie, Basilikum, Rosmarin und Ähnliches.

    Die Zypergräser hingegen dienen der besseren Raumaufteilung, sie grenzen den Essbereich vom Wohnbereich ab und schaffen so eine optische wie auch strukturelle Barriere. Weiters ist der mit Zypergräsern bepflanzte Trog ein Blickfang in der Wohnung. Die Erde im Trog wird mit weißem Marmorzierkies bedeckt. Darin pflanzen kann man so genannte Zypergräser. Sie kommen natürlich in tropischen Sümpfen vor – lieben es auch im Zimmer feucht und können deswegen auch in Wasserbecken gepflanzt werden.

    Der Standort sollte hell bis sonnig und ganzjährig warm sein. Kleine Doldenblüten erscheinen fast ganzjährig. Von den über 600 Arten haben unter anderem Cytisus alternifolius, Cytisus gracilis und Cytisus haspan Bedeutung als Zimmerpflanze.

  • Immer häufiger findet man Gemeinschaftsgärten in den Innenhöfen städtischer Häuserschluchten.
    foto: greenrabbit

    Immer häufiger findet man Gemeinschaftsgärten in den Innenhöfen städtischer Häuserschluchten.

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