Urlaub bei meinem Steak

27. Februar 2013, 16:41
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Warum Urlaub am Bauernhof zur Debatte um Pferd und Rind passt

Städter sind denaturiert. Die Milch kommt aus der Packung und das portionsweise abgepackte Fleisch aus einem abstrakten Raum. Geben wir dem mundgerechten Stück doch einen Namen. Der Autor Lars Gaede hat für das Magazin "Neon" bereits den Selbstversuch unternommen und sein Privatschwein vom Ferkeldasein bis zur Schlachtung begleitet. Die Frage war, ob er ein Tier, das er mit Namen kennt und zu dem er einen Bezug aufgebaut hat, noch essen kann. Die Antwort ist: Er kann. Und fragt sich, ob er im Gegenteil je wieder ein Tier essen kann, dessen Namen er nicht kennt.

So radikal muss man es ja nicht angehen. Aber abseits der Frage um den Verzehr von Rind- oder Pferdefleisch könnte es uns und unseren Kindern nicht schaden, einmal zu sehen, wie sie im besten Fall so leben, die lieben Tiere, aus denen unsere Schnitzel geschnitten werden. Bei einem Urlaub am Bauernhof zum Beispiel. Mit Streicheln, Stallausmisten und vielleicht sogar einer Schlachtung. Muss man nicht gesehen haben, aber kann man. Würde vielleicht nicht schaden. (Tanja Paar, derStandard.at, 27.2.2013)

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    Auch das niedlichste Ferkel landet irgendwann als Kotelett auf dem Teller.

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