Wirkung von Leberkrebs-Therapie prognostizierbar

27. Februar 2013, 11:34
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Mit einem an der MedUni Wien entwickelten Test lässt sich die Wirksamkeit der Standardtherapie TACE bei inoperablem Leberkrebs besser prognostizieren

Wien - Rund 800 Menschen erkranken in Österreich jährlich an Leberkrebs, zwei Drittel davon sind Männer. Auf die Standardtherapie mit der Transarteriellen Chemo-Embolisation (TACE) bei inoperablem Leberkrebs spricht rund ein Drittel der Behandelten sehr schlecht an.

Ein Team der Universitätsklinik für Innere Medizin III um den Hepatologen Markus Peck-Radosavljevic hat nun einen neuen Test entwickelt, der eine Prognose bereits nach der ersten Therapieeinheit möglich macht. Nach Meinung der Forscher kann so die Art der Therapie exakter bestimmt werden - mit lebensverlängernden Folgen für die Betroffenen.

Mithilfe des ART-Score (Assessment for Retreatment with TACE), der an der MedUni Wien entwickelt und mit Daten der MedUni Innsbruck evaluiert wurde, lässt sich, so Peck-Radosavljevic, die Wirksamkeit von TACE nach der ersten Therapie vorhersagen: "Damit können wir bestimmen, wer weiterhin mit der transarteriellen Chemo-Embolisation behandelt werden und wer auf medikamentöse Behandlungsformen umsteigen soll."

Minimal invasives, radiologisches Verfahren

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Patienten mit inoperablem Leberkrebs, die auf die TACE-Therapie gut ansprechen, beträgt rund 24 Monate, bei schlechtem Ansprechen sechs Monate. "Steigt man in jener Patientengruppe, die schlecht ansprechen, auf Medikamente um, erwarten wir eine Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung auf mindestens elf Monate", so Peck-Radosavljevic.

TACE ist ein minimal invasives, radiologisches Verfahren. Dabei werden die Arterien, die die Leber mit Blut versorgen, mit kleinen Teilchen eines Chemotherapeutikums (Embolisation) verstopft. Das führt zum Absterben der Tumore.

Gleichzeitig kann TACE aber auch die Leberfunktionen negativ beeinträchtigen. "Daher ist es wichtig, den ART-Score anzuwenden, um bei jenen Patientinnen und Patienten, bei denen diese Form der Therapie ohnehin nur sehr schlecht anschlagen würde, die weitere Therapie zu überdenken", so der Forscher, der ab April als erster Österreicher Generalsekretär der Europäischen Lebergesellschaft (EASL) wird. (APA/red, derStandard.at, 27.2.2013)

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