Google+ wirbt mit Sign-In Feature um Entwickler

27. Februar 2013, 10:35
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Soll gezieltere App-Verbreitung ermöglichen und Nutzer mit Privatsphärekontrollen überzeugen

Google hat ein neues Feature für sein Social Network Google+ vorgestellt. Auf anderen Webseiten und Plattformen soll man sich künftig schnell und sicher über einen eigenen Sign-in mit seiner Google ID einloggen können. Ähnliches bieten Twitter und Facebook schon seit längerem an.

Einstellen, was geteilt wird

Man will jedoch nicht einfach nur die nächste Login-Option anbieten, sondern sich durch die Optionen für das Teilen von Inhalten mit Freunden und dem Handling von Apps unterscheiden. All Things Digital nennt ein Beispiel: Wer sich etwa via Google+ mit der App Fitbit verbindet, kann wählen, mit welchen Freunden er seine sportlichen Aktivitäten teilen will. So soll "Social Spam" vermieden werden, wie man mit einem mehr oder weniger impliziten Seitenhieb auf Facebook verspricht. Gleichzeitig will man insbesondere bei Apps Desktop und Mobile besser verknüpfen.

Werben um Entwickler

Das soll den Sign-in einerseits für Menschen attraktiv machen, die gerne mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre im Web wahren möchten. Die andere Zielgruppe, an die dieses Feature gerichtet ist, sind Entwickler. Der Erfolg von Plattformen wie Google+ hängt in großem Maße davon ab, wie viele Menschen dafür Mehrwert in Form von Anwendungen oder Spielen entwickeln.

"Wenn man Plattformprodukte baut, hat man in Wahrheit zwei Kunden – Entwickler und User", sagt Google-Produktmanager Seth Sternberg. "Und man muss sicherstellen, dass man für beide gute Arbeit leistet. Wenn die richtigen Leute es sehen, gibt das Entwicklern eine Möglichkeit, ihre Apps gezielter an die User zu bringen."

Weiter Mangel an Aktivität

Ob die zusätzlichen Sharing- und Rechtekontrollen ausreichen werden, um die Masse der Nutzer zum Umstieg auf den Google Sign-in-Dienst zu bewegen, bleibt abzuwarten. Google+ soll im vergangenen Herbst die 400-Millionen-User-Marke geknackt haben. Vorangetrieben wird das Wachstum auch durch immer tiefere Integration mit anderen Google-Diensten.

Nach wie vor mangelt es jedoch an Aktivität, nicht selten wurde der Dienst schon als "Geisterstadt" betitelt. Sowohl in der durchschnittlichen Besuchszeit als auch in der Anzahl an Seitenaufrufen pro Besucher liegt man klar hinter Facebook, wie Zahlen von Experian Hitwise bei iCrossing zeigen. Demnach ist nur ein Viertel aller User einigermaßen regelmäßig aktiv. (red, derStandard.at, 27.02.2013)

  • Entwickler sollen die "rote Pille" schlucken.
    foto: matt waddell/timothy mehlhorn

    Entwickler sollen die "rote Pille" schlucken.

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