Neunmonatsverlust für Kapsch TrafficCom

27. Februar 2013, 08:58
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Verzögerungen in Südafrika und Polen belasten. Die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr 2012/13 liegt unter bisherigen Erwartungen

Wien - Der börsenotierte Wiener Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom hat aufgrund von Projektverzögerungen in Südafrika und Polen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 einen Verlust eingefahren. Das Periodenergebnis belief sich auf minus 5,8 Mio. Euro nach plus 24,7 Euro im Jahr davor. Das Betriebsergebnis lag bei minus 9,6 (+37,4) Millionen Euro. Der Umsatz brach um 24 Prozent auf 310 (408,2) Millionen Euro ein. Außerdem seien neuen Projekte, welche in den vergangenen Monaten lukriert wurden, noch kaum umsatz- und ergebniswirksam, teilte Kapsch TrafficCom am Mittwoch ad hoc mit.

Festhalten an Wachstumstrategie

Für das Gesamtjahr erwartet der Mautsystemanbieter eine Geschäftsentwicklung unter den bisherigen Erwartungen. Der negative Ergebniseffekt aus dem südafrikanischen Projekt werde auch das Jahresergebnis 2012/13 belasten, hieß es. Der Vorstand der Kapsch TrafficCom Group will aber weiterhin an der Wachstumstrategie fest.

Eine Kalkulationsaktualisierung für den Auftrag in Südafrika habe den Projektumsatz um rund zehn Prozent gedrückt und sich damit negativ auf das Ergebnis im dritten Quartal ausgewirkt. In Südafrika wurde die Klage, welche die Inbetriebnahme des Mautsystems in der Provinz Gauteng verzögert hatte, inzwischen abgewiesen, erklärte der Mautsystemanbieter. Kapsch TrafficCom hofft nun, dass das Projekt zu Beginn des kommenden Wirtschaftsjahres in Betrieb genommen werden kann. Beim Projekt in Polen seien im dritten Quartal nun "wesentliche offene Punkte" im Hinblick auf den Systembetrieb geklärt worden.

"Die Ergebnislage ist derzeit nicht zufriedenstellend. Unser Basisgeschäft läuft aber nach wie vor solide, und wir sehen in unseren Märkten enorme Wachstumspotenziale", versuchte Kapsch-TrafficCom-Chef Georg Kapsch zu beruhigen. Außerdem würden nun Kostensenkungspotenziale genutzt und analysiert, wo Investitionen gestrafft oder ausgesetzt werden könnten.

Road Solution Projects

Im Unternehmensbereich Road Solution Projects (RSP) brach der Umsatz um 64,6 Prozent auf 64,0 Millionen Euro ein. In der Vorjahresperiode hätten die Implementierungsprojekte in Polen und Südafrika sich positiv auf den Umsatz ausgewirkt. Im aktuellen Geschäftsjahr lieferten die angelaufenen Projekte in Weißrussland, Frankreich, Australien und in den USA keine vergleichbaren Umsätze. Das Segment-Betriebsergebnis (Ebit) der ersten drei Quartale 2012/13 belief sich auf minus 30,1 Millionen Euro nach zwei Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Im Segment Services, System Extensions, Components Sales (SEC) erhöhten sich die Erlöse hingegen um 6,3 Prozent auf 234,3 Millionen Euro. Auch hier dämpfte die nicht erfolgte Inbetriebnahme des Südafrika-Projekts, weil es nicht zu erwarteten Nachlieferungen von On-Board Units kam. Die Zahl der verkauften On-Board Units belief sich auf 6,7 Millionen Stück nach 8,0 Millionen im Vorjahr. Das Segment-EBIT lag bei plus 20,1 Millionen Euro nach plus 34,9 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. (APA, 27.2.2013)

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