Wiener Forscher enttarnen Gifte von Schimmelpilzen

27. Februar 2013, 12:18
2 Postings

Mykotoxine können sich mit Zucker kaschieren

Lebensmittelskandale ohne Ende: In den vergangenen Wochen wurden in Milchprodukten mehrerer Balkanländer erhöhte Aflatoxin-Werte festgestellt, also Konzentrationen bestimmter Schimmelpilzgifte. Der Nachweis hat immerhin gezeigt, dass die etablierten Tests funktionieren. Allerdings können sich diese sogenannten Mykotoxine auch tarnen, etwa wenn sie im Stoffwechsel chemisch verändert werden. Dann bleiben sie bei Routineanalysen unerkannt.

Forschern der TU Wien ist gemeinsam mit Kollegen der Boku gelungen, diese "maskierten Mykotoxine" im Labor zu synthetisieren. Das soll eine genauere Untersuchung der Giftstoffe und die Entwicklung von Nachweismethoden ermöglichen. Die Herausforderung dabei: Um maskierte Toxine zu analysieren und ihre Giftigkeit zu untersuchen, müssen sie in größeren Mengen zur Verfügung stehen, was recht kompliziert ist.

Doch genau das ist den Wissenschaftern um Hannes Mikula vom Institut für angewandte Synthesechemie der TU Wien gelungen, wofür er vom "World Mycotoxin Journal" mit dem Preis für das beste wissenschaftliche Paper über Schimmelpilzgifte ausgezeichnet wurde. (tasch, DER STANDARD, 27.02.2013)

Share if you care.