FCC muss Federn lassen

26. Februar 2013, 18:45
posten

Alpine-Mutter vor tief greifender Umstrukturierung

Nicht nur über dem Salzburger Wals, Sitz der Alpine Holding, hängen tiefschwarze Wolken, auch über der Zentrale der spanischen Mutter FCC (span. Fomento de Construcciones y Contratas) in Barcelona. Wie El País berichtete, steht einer der größten spanischen Baugiganten vor einer massiven Umstrukturierung, einer regelrechten "Katharsis".

Wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, wolle man sich bei der FCC fortan "auf das Kerngeschäft konzentrieren". Was in der Strategieplanung 2013 bis 2015 einen "geordneten, aber definitiven" Ausstieg aus abenteuerlichen Eskapaden in Sparten wie Energie, Telekom und Immobilien bedeute. Wobei berechtigte Zweifel an kaufwilligen Interessenten für Anteile bei Realia (Immobilien) und der Außenwerbungsagentur Cemusa existieren.

Die klassischen FCC-Geschäftsfelder wie Infrastrukturen, Umwelttechnik sowie Bau-, Abfall- und Wasserwirtschaft sollen hingegen forciert und globalisiert werden. Man stünde unter dem Neo-Führungsduo aus Präsidentin Esther Alcocer Koplowitz - Tochter der Mehrheitseigentümerin Esther Maria Koplowitz - und Neo-Chef Juan Béjar "vor einer neuen Etappe" , in der eine "drastische Sanierung der Bilanzen sei gegenüber Expansionsplänen prioritär" sei.

Details will das Management am morgigen Donnerstag, dem 28. Februar, bei der Präsentation der Schlussquartals-Zahlen von 2012 nennen. Analysten werden zwei der FCC-Sorgenkinder, neben Alpine auch Cementos Portland-Valderrivas, genau beäugen. Die Online-Wirtschaftszeitung El Confidencial erwartet einen mageren Gewinn von 84 Mio. Euro, 24,9 Prozent weniger als 2011.

Mammutaufgabe von FCC ist es, 7,2 Mrd. Euro an Netto-Verbindlichkeiten zu schmälern. Dafür werde man sich nicht nur von der japanischen Energietochter Mitsu trennen, sondern auch von Cementos Portland. Auch hier sollen die Gläubiger Haare lassen. (Jan Marot aus Granada, DER STANDARD, 27.2.2013)

Share if you care.