Armutskonferenz fordert Sozialindex zur Schulförderung

26. Februar 2013, 19:05
16 Postings

Neues System soll für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen

Wien - Laut Johann Bacher haben es sozial schwache Kinder im heimischen Schulsystem doppelt schwer: Einerseits könnten ihre Eltern weniger in der Schule helfen, andererseits würden sie häufig Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Kindern besuchen, sagte der Soziologe der Uni Linz am Dienstag im Rahmen der Armutskonferenz.

Um die sozialen Ungerechtigkeiten an den Schulen auszugleichen, tritt die Konferenz für den Einsatz eines neuen "Sozialindex" ein. Anhand von vier Merkmalen soll erhoben werden, ob eine Schule zusätzliche staatliche Geldmittel bekommen soll: Bildungsstand, Berufsposition und Migrationshintergrund der Eltern sowie die zu Hause gesprochenen Sprache der Schüler. "Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülern würden mehr Geld bekommen", sagte Bacher, der den Index mitentwickelt hat.

Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich, strich die Vorteile heraus: Der Index könne schwächere Schüler besser fördern und gewisse Schulen für mittlere und höhere Einkommen attraktiver machen. Bei Verwendung der Mittel sollten die Schulen möglichst autonom sein. Dies würde das Leistungsniveau an den Schulen anheben. Mit dem Geld könnte in zusätzliche Lehrer oder die Schulraumarchitektur investiert werden. Laut Bacher weisen elf Prozent der Volksschulen und 17 Prozent der Hauptschulen hohe soziale Benachteiligungen auf. Das Bildungsministerium würde sich bereits mit dem Thema befassen, sagte Schenk. (nikh, DER STANDARD, 27.2.2013)

Share if you care.