Nicht alle Privatbanken werden bleiben

26. Februar 2013, 17:25
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Wien - Robert Zadrazil glaubt, dass so manche Privatbank verschwinden wird. Der Vorstand des Private Banking bei der UniCredit-Tochter Bank Austria, erwartet, dass die Branche noch dieses Jahr weiter konsolidiert: "Die zentrale Frage ist, wer mittelfristig profitabel ist." Erst im vergangenen Jahr hat die deutsche Berenberg Bank und die Schweizer Vontobel den österreichischen Markt mit reichen Kunden verlassen. Ein Grund für die Konsolidierung: erst ab fünf Milliarden Euro könne eine Privatbank das Geschäft in Österreich gewinnbringend betreiben, so Zadrazil am Dienstag vor Journalisten. An dieser Marke scheitern kleinere Häuser.

Dazu kommt, dass der Kostendruck im Rahmen der Regulierung gestiegen ist. Zadrazil will in die Offensive gehen: "Es ist Wachstum nötig, um die steigenden Kosten abzufedern." Daher beobachte die Bank Austria Private Banking, die zusammen mit dem Schwesterinstitut Schoellerbank rund 18,5 Milliarden Euro an Kundenvermögen betreut, knapp sieben Prozent mehr als vor einem Jahr, den Markt für mögliche Expansionsschritte. Dabei gehe es weniger um Zukäufe als die Übernahme Mitarbeitern und Kunden von Wettbewerbern.

Gleichzeitig ist Zadrazil überzeugt, dass die Privatbanken als Teil von größeren Bankengruppen eine wichtige Rolle spielen. Zwar sei der Beitrag zum Umsatz eher klein, aber die Sparte sei ein "wichtiger Liquiditätsbringer" für die Universalbanken. (sulu, DER STANDARD, 26.2.2013)

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