Gewerkschafter bestreiken Gewerkschaft

26. Februar 2013, 17:13
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Beschäftigte der Arbeitnehmer-Vertretung in Deutschland fordern mehr Lohn

Berlin - "Dieses Angebot ist völlig unzureichend, es für nicht weiter verhandelbar zu erklären, ist eine Provokation." Dieser Satz, der bei Gehaltsverhandlungen ins Repertoire eines jeden Gewerkschaftsführers gehört, sorgt in Deutschland im Moment für ein gewisses Schmunzeln.

Denn ausgesprochen hat ihn tatsächlich ein Gewerkschafter: Gerd Denzel, Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Er richtete sich damit jedoch nicht gegen Unternehmen, die Telefone, Autos oder Stahl verkaufen - sondern gegen eine Gewerkschaft. Dass Arbeitnehmer-Vertreter, die das ganze Jahr über wegen zu geringer Löhne oder schlechter Arbeitsbedingungen zum Kampf gegen Arbeitgeber aufrufen, selbst auch Arbeitgeber sind, wird gelegentlich vergessen.

In Berlin fanden sich daher am Dienstag rund 200 Angestellte vor der Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu einem Warnstreik ein. Sie arbeiten für die DGB Rechtsschutz GmbH, die deutschlandweit 111 Büros und 48 Service-Points unterhält. Dort werden Gewerkschaftsmitglieder beraten, die Rechtsschutz brauchen.

Die Arbeitnehmer der DGB Rechtsschutz GmbH wollen ein Gehaltsplus von 6, 5 Prozent, geboten wird 0,9 Prozent. DGB-Vorstand Dietmar Hexel hatte für den Warnstreik vor der DGB-Zentrale kein Verständnis. Der DGB sei der falsche Adressat, erklärt er. Denn den Mitarbeitern der Rechtsschutz GmbH sei schon vor einigen Jahren widerfahren, was der DGB ansonsten bekämpft: Sie wurden outgesourct. (bau, DER STANDARD, 27.2.2013)

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