EU-Staaten ringen um strengere Regeln für den Fischfang

26. Februar 2013, 17:11
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Kernpunkt der Reform ist Verbot, aus Versehen gefangene Tiere zurück ins Meer zu werfen

Brüssel - Die EU will ihre Fischereipolitik grundlegend umkrempeln. Die Fischereiminister wollen die Überfischung in den europäischen Gewässern stoppen und verbieten, ungewollt gefangene Fische zurück ins Meer zu werfen. Darauf haben sie sich grundsätzlich zwar schon vergangenen Sommer geeinigt. Doch bei den Verhandlungen am Dienstag ging es an die Umsetzung - und damit um die wirklich strittigen Punkte. Beschlüsse wurden erst nach harten Verhandlungen am Mittwochmorgen erwartet - falls die Gespräche nicht scheitern.

Kernpunkt der Reform ist das Verbot, aus Versehen gefangene Fische zurück ins Meer zu werfen. Für europäische Fischer gibt es je nach Fischart und Gewässer bestimmte Fanggrenzen (Quoten) oder andere Beschränkungen. Zurzeit werfen sie der EU-Kommission zufolge fast ein Viertel ihres Fangs zurück ins Meer. So halten sie die Quoten zwar eher ein - viele der Fische werden dabei jedoch verletzt oder getötet.

Zeitplan und technische Details

Auf das Prinzip des "Rückwurfverbots" hatten sich die EU-Fischereiminister bereits bei einem Treffen im vergangenen Juni geeinigt. Jetzt ging es um den Zeitplan und technische Details. Große Fischfangnationen wie Frankreich und Spanien bestanden bei den Gesprächen auf einer angemessenen Übergangszeit.

Auch Ausnahmen vom Rückwurfverbot waren umstritten. Gänzlich auf Null werden sich ungewollte Fänge nämlich nicht reduzieren lassen. Offen ist auch, was künftig mit Fischen geschehen soll, die über die Quoten hinaus gefangen werden. So könnten sie zum Beispiel zu weniger lukrativem Fischmehl verarbeitet werden oder an karitative Einrichtungen gehen. (APA, 26.02.2013)

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