Analysten sehen bei Erste Group dreistelligen Millionenverlust

26. Februar 2013, 17:07
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Wien - Für die am kommenden Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Gesamtjahreszahlen der heimischen Erste Group sehen die von der APA befragten Analysten im Schlussquartal 2012 einen klaren Nettoverlust. Die Analysten der RCB erwarten für das 4. Quartal den Verlust unterm Strich bei 138 Mio. Euro, Kepler bei 123 Millionen.

Die Experten von Kepler Capital Markets verweisen auf Abschreibungen von rund 75 Mio. Euro aufgrund des Ausstiegs aus der Ukraine. Dazu kämen zusätzliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von 260 Mio. Euro in Rumänien sowie weitere Abschreibungen um die 40 Mio. Euro, was unterm Strich zu einem klaren Verlust führe. Darüber hinaus rechnen die Analysten mit einem leichten Rückgang bei den wichtigsten Ertragskennzahlen, während sie bei den Gebühreneinnahmen dafür eine leichte Erholung sehen. Insgesamt prognostizieren die Experten somit ein recht dürftiges Zahlenwerk.

Das erwartete Jahresnettoergebnis 2012 wurden von der Erste Group Mitte Jänner wie berichtet mit "ungefähr 450 Mio. Euro" beziffert. Die von der APA befragten Analysten rechnen unterdessen mit etwas mehr, und zwar im Durchschnitt um die 467 Mio. Euro. Für die Analysten von Kepler, die 475 Mio. Euro Nettogewinn sehen, wird der so erwartete Gewinn je Aktie von 0,86 Euro erneut eine grobe Enttäuschung, nach den kräftigen Verlusten im Jahr 2011, das mit einem Abgang von 719 Mio. Euro geendet hatte. Die Erste hat für 2012 bereits eine Dividende in Aussicht gestellt. Der Markt ist gespannt, wie hoch sie ausfällt. Für 2011 hatte es keine Dividende gegeben.

Das Handelsergebnis sollte im Jahresvergleich im Durchschnitt kräftig um 134 Prozent auf 286 Mio. Euro zugelegt haben. Im Jahr davor lag es bloß bei 122 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss dürfte sich hingegen mit einem erwarteten Rückgang von 6 Prozent schwächer entwickelt haben. Die Kreditvorsorgen sollten unter 2 Mrd. Euro geblieben sein. (APA, 26.2.2013)

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