Kranfahrer bei Explosion in Stahlwerk Donawitz verletzt

26. Februar 2013, 18:41
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Heftige Verpuffung sorgte für Druckwelle - Sechs weitere Stahlarbeiter mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung im LKH Leoben

Leoben - Ein Kranfahrer ist am Dienstagnachmittag bei einer heftigen Verpuffung im Stahlwerk Donawitz der Voest Alpine im obersteirischen Leoben verletzt worden. Sechs seiner Kollegen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins LKH Leoben gebracht.

Laut Konzernsprecher Peter Felsbach dürfte es zu dem Unglück beim Verarbeitungsprozess in einer Schmelzpfanne gekommen sein. Dabei wird in der Pfanne geschmolzenes Roheisen bei einer Temperatur von rund 1.450 Grad Celsius aus dem Hochofen gezogen und von einem Kran aus Schrott dazugegeben. Dadurch dürfte die Verpuffung entstanden sein. Laut Einsatzleitung hat der Kranfahrer eine "stumpfe Verletzung" im Bauchbereich sowie eine Rauchgasvergiftung erlitten. Lebensgefahr bestand nicht.

Unfall gegen 16 Uhr

Zu dem Unfall soll es gegen 16 Uhr gekommen sein, knapp danach waren die Rettungskräfte alarmiert. Der Kranführer hatte sich zum Zeitpunkt des Unglücks laut Rotkreuz-Einsatzleiter Josef Himsl in seiner Kabine befunden. Wovon der Kranfahrer getroffen worden war, habe sich noch nicht genau feststellen lassen.

Laut Felsbach müssen alle Arbeiter im Bereich der Schmelze Schutzkleidung tragen, zudem sei das Kranführerhaus mit Plexiglas ummantelt. "Das hat gehalten", so Felsbach, allerdings habe sich die Tür verzogen, weshalb der Verletzte von den Einsatzkräften geborgen werden musste. Die sechs Arbeiter hatten sich in der Nähe der Schmelzpfanne aufgehalten - zwei haben eine leichte Rauchgasvergiftung, die anderen vier wurden zur Vorsicht ins Spital gebracht.

Aus Sicht des Roten Kreuzes war der Einsatz gegen 17.30 Uhr beendet, lediglich die Feuerwehr hatte noch Sicherungsarbeiten durchzuführen, wie Himsl mitteilte. Der Voest Alpine zufolge wurden Kran und Fassade der Werkshalle beschädigt.

Ähnliches Unglück im Jahr 2005

Bei dem Schmelzprozess im Stahlwerk werden sowohl Roheisen als auch Schrott verarbeitet. Wie Konzernsprecher Felsbach sagte, handle es sich dabei um eine Mischung aus zwei Drittel Roheisen und ein Drittel Schrott. Die Hitze des geschmolzenen Roheisens werde genutzt, um den Schrott zu verflüssigen. Dabei werde zusätzlich noch Sauerstoff auf die Schmelzpfanne aufgeblasen. Der genaue Hergang des Unfalls soll noch untersucht werden. Möglich sei es, dass sich noch etwas Flüssigkeit oder Eis im Schrott befunden haben könnte, doch sei das vorerst reine Spekulation, so Felsbach.

Ein ähnliches Unglück, aber mit weit schwer wiegenderen Folgen hatte sich am 8. April 2005 im Böhler-Werk im obersteirischen Kapfenberg ereignet: Dabei war während des sogenannten Abstichs (Entleeren des Ofens, Anm.) in der Umleerpfanne, in der sich rund 1.700 Grad Celsius heißer flüssiger Stahl befunden hatte, offenbar nach Wartungsarbeiten noch Restfeuchtigkeit übrig geblieben. Diese hatte dann in Verbindung mit dem heißen Stahl zur explosionsartigen Verpuffung geführt. Dadurch wurde die auf dem flüssigen Stahl schwimmende, glühend heiße Schlacke rund 20 Meter weggeschleudert. Dabei kamen fünf im Umkreis befindlichen Arbeiter ums Leben. (APA, 26.2.2013)

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