Meister will Admira nicht zum Leben erwecken

26. Februar 2013, 15:49
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Salzburger "Bullen" mit zahlreichen Ausfällen in Offensive - Kühbauer: "Müssen über uns hinauswachsen"

Maria Enzersdorf/Salzburg - Drei Tage nach dem enttäuschenden Heim-3:3 gegen Rapid ist Meister Salzburg am Mittwoch (20.30 Uhr) beim seit elf Runden sieglosen Bundesliga-Schlusslicht Admira Wacker gefordert. Ein Ausrutscher ist für den ersten Verfolger von Tabellenführer Austria in der 23. Runde verboten, allerdings fehlen den "Bullen" vor allem in der Offensive zahlreiche Spieler.

RBS ohne Kampl, Lazaro, Leitgeb, Nielsen

Kevin Kampl ist gesperrt, Valentino Lazaro mit einem Bruch des Mittelfußes für acht Wochen außer Gefecht. Christoph Leitgeb und Havard Nielsen wiederum wurden vom Fieber in die Knie gezwungen, Sadio Mane ist nach einer Erkrankung zumindest fraglich. Für Trainer Roger Schmidt ist das kein Problem. "Ich habe genügend Alternativen, gerade Hierländer drängt sich auf", meinte der Deutsche, der Dusan Svento nach seiner langen Verletzung noch nicht über 90 Minuten einsetzen kann.

Das Spiel gegen Rapid hat Schmidt abgehakt, der "Ärger" über die Gegentore wirkte aber noch nach. "Wir hätten nur das Erlernte umsetzen müssen, dann hätten wir gewonnen", weinte Schmidt zwei am Ende vielleicht entscheidenden Punkten nach - und forderte: "Wir haben im Herbst genug Spiele zu null abgeliefert, da müssen wir wieder hin." Umstellungen als Konsequenz seien möglich: "Da werde ich sicher einige Sachen durchdenken."

Die Admira sieht der 45-Jährige nicht als Jausengegner. "Der Platz ist schlechter als die Mannschaft. Es waren sehr viele enge Spiele dabei, sie sind ein gefährliches Team. Noch dazu in der jetzigen Situation", konstatierte Schmidt, der die Verteidigung des Meistertitels als "Riesenaufgabe und Herausforderung" bezeichnete. Siege sind nun freilich Pflicht. Denn die "Bullen" konnten in den jüngsten fünf Runden nur einen landen.

Erinnerungen an verrückte Partie

Das bisher letzte Auswärtsduell mit der Admira blieb als verrücktes Spiel in Erinnerung: Am 18. August lagen die Niederösterreicher bereits mit 3:0 in Führung, zwischenzeitlich 3:4 hinten und schafften schließlich noch den Ausgleich. Alle Torschützen der Niederösterreicher - Philipp Hosiner, Marcel Sabitzer und Rene Schicker - sind freilich nicht mehr beim Club. "Die Admira hat einen Negativlauf, und wir wollen sie nicht zum Leben erwecken. Drei Punkte sind für uns Pflicht", stellte Salzburg-Verteidiger Andreas Ulmer klar.

Die Admira, die zuletzt ein 0:4 gegen die Austria bzw. sechs Niederlagen en suite kassierte, muss gegen den klaren Favoriten auf ein kleines Wunder hoffen, in den jüngsten elf Spielen hat man lediglich einen Punkt geholt. "Wir müssen über uns hinauswachsen. Wir wollen etwas mitnehmen, allein schon für den Kopf", sagte Trainer Dietmar Kühbauer vor seinem 101. Spiel als Admira-Coach. "Auch für Salzburg geht es um viel, die werden uns nichts schenken."

Kühbauer und Admira auf der Suche nach Balance

Von seiner Mannschaft forderte er jene Hingabe ein, die er zuletzt etwas vermisst hatte. "Wir müssen von der ersten Minute an alles hineinlegen, was wir haben. Wir müssen leidenschaftlich und mutig aber auch kontrolliert spielen. Salzburg wird uns Räume bieten, daher dürfen wir nicht nur verteidigen." Gerade die Balance zwischen Offensive und Defensive habe zuletzt nicht gestimmt. "Wir wollten hinten gut stehen, haben den Angriff vernachlässigt, waren dann aber selbst hinten nicht gut", konstatierte Kühbauer desillusioniert. Seinen Optimismus hat sich der 41-Jährige aber erhalten: "Ich glaube immer noch, dass die Mannschaft intakt ist." (APA, 26.2.2013)

FC Admira Wacker Mödling - FC Red Bull Salzburg (Trenkwalder-Arena, 20.30, SR Dintar). Bisherige Saisonergebnisse: 4:4 (h), 0:5 (a)

Admira: Macho - Plassnegger, Schösswendter, Drescher, Palla - Schachner, Toth - Sax, Schwab, Jezek - Ouedraogo

Ersatz: Tischler - Ebner, Pöllhuber, Windbichler, Thürauer, Auer, Amate, Rusek, Schick, Tito, Mevoungou, Segovia

Es fehlt: Mikus (krank)

Salzburg: Walke - Klein, Schiemer, Vorsah, Ulmer - Ilsanker - Teigl, Hierländer, Berisha, Mane/Svento - Soriano

Ersatz: Gustafsson - Schwegler, Dibon, Sekagya, Hinteregger, Alan

Es fehlen: Kampl (gesperrt), Lazaro (Mittelfußbruch), Rodnei (Leiste), Leitgeb, Nielsen (beide krank/Fieber)

Fraglich: Mane (war krank)

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