"Top Ten wäre Wahnsinn"

26. Februar 2013, 15:57
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Langläufer Johannes Dürr will im 15 km Skating-Bewerb voll angreifen - Cheftrainer Heigl hofft auf Aufstockung des Serviceteams

Während die norwegischen Damen in Val di Fiemme im Langlauf einen Titel nach dem anderen abräumen, wartet das norwegische Herrenteam noch auf das erste Gold. Am Mittwoch (12.45 Uhr) bietet sich bei den Nordischen Weltmeisterschaften die nächste Möglichkeit auf das begehrte Edelmetall. Superstar Petter Northug, dreifacher Champion von Oslo 2011, muss sich über 15 km Skating in Lago di Tesero gegen die Rivalen aus Russland und Schweden sowie gegen den Skiathlon-Weltmeister Dario Cologna aus der Schweiz beweisen.

Auch vier Österreicher werden in diesem Bewerb an den Start gehen. Angeführt wird das ÖSV-Team von Johannes Dürr. Der Niederösterreicher war zuletzt Weltcup-Achter in Davos und möchte wieder voll angreifen. "Ein Top-Ten-Platz wäre ein Wahnsinn", sagte der 25-Jährige.

"Schwieriger Anstieg kommt mir entgegen"

Dürr, der mehrere Saisonen wegen Erkrankungen pausieren musste, schaffte heuer den endgültigen Durchbruch. Mit Spitzenplätzen auf Etappen der Tour de Ski (4., 8.) und zuletzt einem achten Weltcup-Rang in Davos schob er sich in den Kreis der Elite. Wenige Tage nach dem WM-Skiathlon (15. Rang) hat sich der Göstlinger gut erholt. "Ich fühle mich sehr gut, die Runde mit den schwierigen Anstiegen kommt mir entgegen. Aber, um so weit vorne zu landen, muss wirklich alles passen", sagt Dürr.

Für Bernhard Tritscher, den WM-Siebenten im Team-Sprint, sollte laut dem sportlichen Leiter Markus Gandler ein Platz in den Top 30 möglich sein. Das wäre für den Sprinter in seiner Entwicklung zum Distanzläufer eine Bestätigung. Für Aurelius Herburger und Max Hauke, die kaum einmal im Weltcup dabei sind, sieht Gandler das Rennen als Standortbestimmung im Vergleich mit der Elite.

Team braucht mehr Serviceleute

Cheftrainer Gerald Heigl hat mit Dürr, Tritscher und Sprinter Harald Wurm drei Aktive im Kreis der roten Gruppe der Top 30 des Weltcups. Mit nur zwei Serviceleuten stoße das Team aber an seine Grenzen. "Für Dürr wäre auf diesem Niveau ein eigener Betreuer gut, wenn man es perfekt machen will", betonte Heigl.

Darum will man den für das Servicebudget zuständigen Anton Giger, den Leiter der ÖSV-Entwicklungsabteilung, vom zusätzlichen Bedarf überzeugen. "Es ist eine Grundsatzentscheidung. Bei drei Mann in der erweiterten Weltspitze muss der ÖSV sagen, da geben wir Gas", sagte Heigl. Dann wäre das Risiko geringer, durch Fehlgriffe beim Material gute Platzierungen zu verspielen, wie es bei Dürr passiert ist.

Derzeit müssen die Athleten oft selbst Ski testen, auch der Cheftrainer hilft bei der Präparierung der Ski. Giger konnte sich beim Weltcup in Sotschi bereits selbst ein Bild machen. Bei der WM ist das Service aber sehr gut, auch dank der Unterstützung anderer Sparten. Gandler ist bezüglich der Aufstockung optimistisch. "Aber wir müssen uns das mit guten Leistungen erarbeiten." (APA, 26.2.2013)

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    Johannes Dürr schaffte es in dieser Saison schon mehrmals in den Top Ten.

     

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