JPMorgan streicht bis zu 19.000 Stellen

Jobs sollen bis Ende 2014 vor allem in Kreditsparte wegfallen - Bis zu 4.000 Stellen weniger im Privatkundengeschäft

New York - Die US-Großbank JPMorgan Chase will bis Ende kommenden Jahres bis zu 19.000 Stellen streichen. Die Kürzungen werden vor allem das Geschäft mit Immobilienkrediten betreffen, kündigte die größte Bank der USA am Dienstag an. In dieser Sparte sollen 13.000 bis 15.000 Jobs wegfallen.

Außerdem würden im Privatkundengeschäft 3.000 bis 4.000 Stellen gestrichen, teilte JPMorgan Chase bei einer Investorenkonferenz mit. Die Bank hat knapp 260.000 Beschäftigte, davon 63.500 in den Filialen.

JPMorgan Chase hatte den Gewinn im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 21,3 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) gesteigert - trotz eines Debakels bei Spekulationen mit Kreditausfallversicherungen. Die Investmentsparte in London hatte dabei etwa 6 Mrd. Dollar in den Sand gesetzt.

Natürliche Fluktuation

Eine Sprecherin erklärte, die Bank wolle vor allem die natürliche Fluktuation nutzen. Frei werdende Stellen sollen also nicht wieder besetzt werden. Der Konzern will seine Kosten 2013 um 1 Mrd. Dollar drücken. Das Management hatte zuletzt betont, ein Gewinnpotenzial von 27,5 Mrd. Dollar zu haben. Vergangenes Jahr verdiente die Bank vor bilanziellen Sonderfaktoren knapp 22 Mrd. Dollar.

JPMorgan hat gut 5.600 Filialen und damit das zweitgrößte Netz in den USA nach Wells Fargo. Obwohl Konkurrenten wie die Bank of America im Privatkundenbereich auf dem Rückzug sind, hatte JPMorgan es zuletzt noch ausgebaut. Jetzt soll allerdings mehr Wert auf Rentabilität gelegt werden.

Derzeit streichen eine Reihe von Geldhäusern massiv Stellen, darunter die anderen großen US-Banken Citigroup und Bank of America. Viele Institute haben noch immer mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Außerdem klagen sie über einen negativen Einfluss stärkerer staatlicher Regulierung auf ihre Geschäfte.

Insidern zufolge wird auch die Investmentbank Goldman Sachs diese Woche einen weiteren Jobabbau verkünden. Betroffen sei vor allem der Aktienhandel, hieß es. (APA, 26.2.2013)

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