JPMorgan streicht bis zu 19.000 Stellen

26. Februar 2013, 19:01

Jobs sollen bis Ende 2014 vor allem in Kreditsparte wegfallen - Bis zu 4.000 Stellen weniger im Privatkundengeschäft

New York - Die US-Großbank JPMorgan Chase will bis Ende kommenden Jahres bis zu 19.000 Stellen streichen. Die Kürzungen werden vor allem das Geschäft mit Immobilienkrediten betreffen, kündigte die größte Bank der USA am Dienstag an. In dieser Sparte sollen 13.000 bis 15.000 Jobs wegfallen.

Außerdem würden im Privatkundengeschäft 3.000 bis 4.000 Stellen gestrichen, teilte JPMorgan Chase bei einer Investorenkonferenz mit. Die Bank hat knapp 260.000 Beschäftigte, davon 63.500 in den Filialen.

JPMorgan Chase hatte den Gewinn im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 21,3 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) gesteigert - trotz eines Debakels bei Spekulationen mit Kreditausfallversicherungen. Die Investmentsparte in London hatte dabei etwa 6 Mrd. Dollar in den Sand gesetzt.

Natürliche Fluktuation

Eine Sprecherin erklärte, die Bank wolle vor allem die natürliche Fluktuation nutzen. Frei werdende Stellen sollen also nicht wieder besetzt werden. Der Konzern will seine Kosten 2013 um 1 Mrd. Dollar drücken. Das Management hatte zuletzt betont, ein Gewinnpotenzial von 27,5 Mrd. Dollar zu haben. Vergangenes Jahr verdiente die Bank vor bilanziellen Sonderfaktoren knapp 22 Mrd. Dollar.

JPMorgan hat gut 5.600 Filialen und damit das zweitgrößte Netz in den USA nach Wells Fargo. Obwohl Konkurrenten wie die Bank of America im Privatkundenbereich auf dem Rückzug sind, hatte JPMorgan es zuletzt noch ausgebaut. Jetzt soll allerdings mehr Wert auf Rentabilität gelegt werden.

Derzeit streichen eine Reihe von Geldhäusern massiv Stellen, darunter die anderen großen US-Banken Citigroup und Bank of America. Viele Institute haben noch immer mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Außerdem klagen sie über einen negativen Einfluss stärkerer staatlicher Regulierung auf ihre Geschäfte.

Insidern zufolge wird auch die Investmentbank Goldman Sachs diese Woche einen weiteren Jobabbau verkünden. Betroffen sei vor allem der Aktienhandel, hieß es. (APA, 26.2.2013)

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11 Postings

"Die Kürzungen werden vor allem das Geschäft mit Immobilienkrediten betreffen"

Yep, das glaub ich gern, denn dieses Geschäftchen ist ja nun zu einem erfreulichen Abschluss gekommen.

Das ist ein guter Trend!

Das eine Monster der Gesellschaft, das Finanzunwesen scheint überall in einen Schrumpfungsprozess übergegangen zu sen. Die überblähten Organisationen, die unglaublichen Entlohnungen und Boni, die mussten ja von deren Mitmenschen bezahlt / erwirtschaftet werden. Eine Reduktion des Finanzsystems auf eine Dienstleistungsbereich für die Gesellschaft ist dringen notwendig. Ich würde meine, dass es um etwa 50% (MA, Bilanzsummen) gehen muss um die Korrektur auch zu bekommen. Das andere Monster der Gesellschaft scheint in der EU noch zu wachsen, mit einnahmenseitigen Sparen zu wachsen.

Pisa-Opfer? sinnerfassendes Lesen? - setzen 5

Sie schreiben von einem guten Trend das Finanzsystem auf den Dienstleistungsbereich zu reduzieren. Die ca. 19.000 gestrichenen Stellen betreffen laut Artikel zu 100% den Dienstleistungsbereich. Der Investmentbereich ist nicht betroffen.

Welche Dienstleistungen?

Es waren doch in Massen die Kreditnehmer von Immobilienkrediten, welche jedes Jahr noch mehr Kredite für das eine Haus aufnehmen wollen und diese auch bekommen haben. Es waren in Massen Kreditnehmer, welche die Kredite niemals bedienen wollten und am Ende auch nicht bedienen können.

Sie sprechen doch von einer früheren Dienstleistung an Kreditnehmern, welche dem "Investmentbereich" zugeordnet werden können, weil es nur Zocker waren. Ich würde meinen, dass sehr wohl der Zockerbereich betroffen ist, auch wenn die Zocker deren Kohle damals nur verkonsumiert haben.

Ich denke auch, dass diese Dienstleistungen kaum mehr nachgefragt werden.

Ja, ich bin ein Opfer des Ö Schulsystems, habe 13 Opferjahre hinter mir.

Kennen sie den Begriff von Malcom-X hausfarbiger?

"Meister unserere schönen Stellen und Boni im tollen Bankhaus wackeln"
"Sehr gut, mein Farbiger, du musst unserer schönes Haus verteidigen"

Natürlich sind diese 19.000 Mitarbeiter ausschließlich böse Kapitalisten-Banker die jedes Jahr Millionen-Boni kassieren.

Zu ihrer Info: der Großteil der Angestellten von Banken sitzt in der Abwicklung und Verwaltung - Sachbearbeiter, Buchhalter und Controller, ITler...
Die kassieren normale Gehälter, wie ihre Kollegen in anderen Unternehmen auch, und kennen Millionen-Boni nur aus den Medien.

Sie können sich sicher sein, dass die Anzahl der Großverdiener und Kapitalistenschweine unter diesen 19.000 Mitarbeitern überschaubar ist - 18.950 davon sind einfach nur arme Schweine, die sich eine mittelständige Existenz aufgebaut haben, ihren Kindern mit Ach und Krach die Studiengebühren finanzieren, und dann plötzlich vor dem Nichts stehen.

Die vielen lieben Banker, Bankangestellten, die....

...braucht die Gesellschaft aber nicht. Diese vielen lieben Bankangestellten brauchen aber die Anderen, die Leistung der Anderen, um selber existieren zu können.

Es gibt doch überhaupt keine vernünftigen Grund zum Jammern, weil die fetten Jahren in dem de facto geschützten Bereich nun zu Ende gehen. Es ist doch eher ein Willkommen in einer realen Welt, ein Willkommen bei den Millionen Menschen aus den ungeschützten Bereichen, eine Gleichstellungen mit den Menschen der ungeschützten Bereiche. Es ist eine Chance endlich dem eigene Leben einen Nutzen für die Gesellschaft zu verpassen und das reale Leben verspüren zu dürfen.

Diese Menschen dürfen sich einen neuen Platz in der Gesellschaft suchen und in Eigenverantwortung in eine neue Freiheit

Ich jammere ja nicht!
Die sollen sich was neues suchen.
Das Gleiche gilt aber eben auch fuer die 3000 Peugeot Arbeiter (sie koennen hier einsetzen was sie wollen) die nicht mehr gebraucht werden!

Solidaritaet ist ja immer schoen selektiv.

19000 (in Worten Neuzehntausend!) verlieren bei JP Morgan ihren Job und die Linken freuen sich.
Man darf sich halt nicht wundern wenn man dann nicht fuer voll genommen wird.

Am freien Markt ist JP aber mit ihren Silber-Betügereien und ohne das Gratisgeld der FED nicht konkurrenzfähig. Deren Geschäftsmodell basiert auf Betrug.

Links ist aber bei mir dann doch Lustig!

Es geht um eine Anpassung der Kapazitäten an den Markt, welcher mit 4jähriger Verspätung eingeleitet wird. Es geht um eine eine Anpassung, welche 19.000 Beschäftigte von 260.000 Beschäftigten betreffen soll. Es sind also Bemühungen die Größe der eigenen Organisation um 7,3% zu senken. Alleine unter Berücksichtigung des Rationalisierungspotentials durch Internetbanking, bessere Prozesse, klarere Abwicklungen, etc. wären doch min. 30% notwendig. Bei diesem Vorhaben geht es doch eher um Korrekturen wie im geschützten Bereich und weniger um die notwendigen Korrekturen für die Gesellschaft.

Als Kapitalist muss ich aber sagen, dass es krank ist wenn aus Geld nur direkt Geld gemacht wird, ohne Wirkung in der Realwirtschaft gehabt zu haben

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