Wenig Sonne und viel Schnee: Das war der heurige Winter

26. Februar 2013, 14:53
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Winter war einer der trübsten der vergangenen 130 Jahre

Wien - Der Frühlingsbeginn steht zwar erst am 20. März auf dem Kalender, eines lässt sich aber über den Winter schon jetzt feststellen: Er war einer der trübsten seit Messbeginn. "Sehr ungewöhnlich" seien die wenigen Sonnenstunden, sagte Alexander Orlik, Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), in einer Zwischenbilanz.

Durchschnittlich 37 Prozent weniger Sonnenschein

"Es war einer der trübsten Winter der letzten 130 Jahre", erläuterte Orlik. "Österreichweit gab es 37 Prozent weniger Sonnenschein als im vieljährigen Mittel. Noch trüber war nur der Winter 1903/04 mit einem Sonnenschein-Minus von 48 Prozent."

Jänner und Febraur besonders sonnenarm

Besonders der Jänner und der Februar waren extrem arm an Sonnenschein. Im Norden Österreichs (Salzburg-Eisenstadt nordwärts) war die Sonnenscheindauer im Jänner mit minus 55 Prozent die zweitniedrigste der Messgeschichte und im Februar mit minus 62 Prozent die niedrigste der Messgeschichte. Messbeginn ist jeweils im Jahr 1884.

In Oberndorf an der Melk (NÖ) erreichte die Sonnenscheindauer mit 68 Stunden nur 43 Prozent des vieljährigen Mittels und damit das größte Minus in diesem Winter. Die absolut kürzeste Dauer wurde mit 40 Stunden in Langen am Arlberg (Vorarlberg) verzeichnet. Insgesamt 370 Stunden zeigte sich die Sonne auf der Villacher Alpe und damit am längsten in ganz Österreich. Dies entspricht aber immer noch einem Defizit von 20 Prozent zum Mittelwert.

Ungewöhnlich viel Schnee

Dafür hat es im Großteil von Österreich in diesem Winter ungewöhnlich viel geschneit. In Wien gab es doppelt so viel Neuschnee wie im vieljährigen Mittel, in Bregenz sogar vier Mal so viel. Bregenz erreichte am 9. Februar mit 70 Zentimeter auch die höchste Schneehöhe seit Beginn der Messungen 1936.

Durchschnittlich temperierter Winter

Laut dem Wetterdienst UBIMET war der Winter bezüglich der Schneemengen und Sonnenarmut zwar streng, nimmt man jedoch die Temperatur als Gradmesser, kann davon keine Rede mehr sein. Die sehr milden Phasen von Weihnachten bis Mitte Jänner sowie um den Monatswechsel Jänner/Februar glichen die Kältephasen von Anfang Dezember und vom Februar weitgehend aus. Über alle drei Monate gesehen gibt es somit in den Niederungen keine extreme Abweichung von einem durchschnittlichen Winter.

35 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel

Österreichweit sorgte der Winter 2012/13 für um rund 35 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel 1981-2010. "Normale" bzw. leicht unterdurchschnittliche Werte gab es nur im Mühlviertel, am Arlberg, in Osttirol und in Oberkärnten. Überall sonst erreichten die Niederschlagsmengen in diesem Winter 15 bis 110 Prozent mehr als im Mittel.

Ausgeprägte Kältewellen gab es nicht. Die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort registrierte die ZAMG am 10. Februar in Tannheim in Tirol (1.100 m) mit minus 23,7 Grad Celsius. Zuvor war es in der ersten Dezemberhälfte im Westen und Süden vorübergehend sehr kalt. Am 13. Dezember sank die Temperatur in Klagenfurt auf minus 16,7 Grad. (APA/red, derStandard.at, 26.2.2013)

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    Der heurige Winter bleibt vor allem durch Sonnenscheinmangel und jede Menge Neuschnee in Erinnerung.

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