Deutsche-Telekom-Chef kritisiert "Freifahrtmentalität von Online-Firmen

26. Februar 2013, 13:19
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Konflikt über Kosten des Datenverkehrs - Obermann wirft Online-Firmen "Freifahrtmentalität" vor

Der Chef der Deutschen Telekom, Rene Obermann, hat der Internetbranche in scharfen Worten eine Freifahrtmentalität vorgeworfen. Ihre Devise sei: "Ihr investiert, wir schöpfen die Gewinne ab", kritisierte Obermann am Dienstag beim Mobile World Congress in Barcelona. Diese Situation sei auf Dauer nicht tragbar.

Beteiligung an Kosten gefordert

Die Telekommunikationsbranche verlangen schon lange, dass sich Internetriesen wie Google und Apple oder zum Beispiel auch Messaging-Anbieter an den Kosten des Datenverkehrs beteiligen. Bisher blitzten sie jedoch mit ihren Forderungen ab.

Zudem forderte der Konzernchef der Deutschen Telekom, Mutter der österreichischen T-Mobile, noch radikaler als viele seiner Kollegen, die Branche solle überhaupt nicht mehr von Regulierungsbehörden beaufsichtigt werden. Regulierermaßnahmen wie die Obergrenze für Entgelte nähmen für Investitionen benötigtes Geld aus dem Markt. Die Telekomkonzerne würden "mit Handschellen in den Boxring geschickt". Dabei sei der Wettbewerb heftig genug, dass die Industrie nicht mehr reguliert werden müsse. Andere Konzernchefs wie Telefónica-Lenker Cesar Alierta hatten in Barcelona zuvor eine Lockerung der Regulierung gefordert.

Mehr Partnerschaften

Die Telekomanbieter müssten in Zukunft "smarter" werden und sich stärker für Partnerschaften mit Anbietern neuer Dienste öffnen. Die Netzbetreiber hätten diesen Unternehmen einiges zu bieten, wie zum Beispiel Schnittstellen oder garantierte Sicherheit. Als Beispiel für eine Kooperation nannte Obermann die Bündelung eines Tarifs mit dem Musikdienst Spotify. Zudem müsse man Verbrauchern einen einheitlichen Tarif für alle zugänglichen Kommunikationswege bieten statt getrennter Preismodelle. (APA/dpa, 26.2.2013)

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