FirefoxOS: "Noch viel Platz neben iOS und Android"

26. Februar 2013, 12:48
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Mozilla sieht Web-Plattform als entscheidenden Vorteil gegenüber Konkurrenz - "There's a web for that"

Blickt man auf die aktuellen Zahlen zum Smartphone-Markt so zeigt sich eine massive - und weiter stärker werdende - Dominanz zweier Systeme: Android und iOS. Auf mehr als 90 Prozent aller verkauften Geräte ist entweder die Google-Lösung oder jene von Apple zu finden - ein klassisches Duopol, wie KritikerInnen warnen. Andere Hersteller tun sich reichlich schwer, selbst Branchengrößen wie Microsoft kommen in Hinblick auf den Marktanteil nicht so recht vom Fleck.

Platz

Wie schwer muss es da erst für einen Newcomer in diesem Bereich sein, lautet eine logisch daraus folgernde Frage, die auch der Softwarehersteller Mozilla immer wieder hört. Und doch will sich das Unternehmen, das gerade mit dem eigenen Firefox OS den Markt betritt, davon nicht unterkriegen lassen: "Es gibt noch jede Menge Platz neben iOS und Android" zeigt sich Mozilla-CEO Gary Kovacs im Rahmen des Mobile World Congress überzeugt.

Zuwachs

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden neue Internet-NutzerInnen hinzu kommen werden - und gerade für diese Gruppe habe man Firefox OS entwickelt, so Kovacs. Entsprechend sind die bisher gezeigten Smartphones mit dem Mozilla-System vor allem im Low-Cost-Sektor angesiedelt, und sollen vornehmlich in Märkten vertrieben werden, in denen es bisher eine geringe Smartphone-Dichte gibt.

Macht

Trotzdem ist Mozilla natürlich bewusst, dass man sich einer schwierigen Mission verschrieben hat, immerhin haben Google und Apple mit den hunderttausenden für Android und iOS verfügbaren Apps einen gehörige Marktmacht aufgebaut. Kovacs sieht allerdings eine entscheidenden Vorteil für Firefox OS: Die App-Entwicklung mit gängigen Web-Entwicklungstechnologien.

Web

"There's a Web for that", formuliert es der Mozilla CEO in Anspielung auf Apples bekannten Werbespruch. Firefox-OS-Apps ließen sich oft mit minimalen Anpassungen aus den mobilen Webservices der Hersteller basteln, zudem seien einfach sehr viele Leute mit der Entwicklung per HTML und Javascript vertraut. So gesehen greife man auf ein Potential von 10 Millionen EntwicklerInnen zurück.

Noch mal

Nicht zuletzt hofft Mozilla natürlich, die Geschichte wiederholen zu können. Immerhin hat man schon einmal den Kampf gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner aufgenommen, und - gegen alle Wahrscheinlichkeit - auch tatsächlich "gewonnen": So wie einst der Firefox die uneingeschränkte Dominanz des Internet Explorers beendet hat, hofft man nun also auch mit Firefox OS das aktuelle Duopol aufbrechen zu können. (red, derStandard.at, 26.02.13)

  • Mozilla CEO Gary Kovacs bei der Präsentation von Firefox OS im Rahmen des Mobile World Congress.
    foto: andreu dalmau / epa

    Mozilla CEO Gary Kovacs bei der Präsentation von Firefox OS im Rahmen des Mobile World Congress.

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