Künstliche Gallensäure gegen primär sklerosierende Cholangitis

26. Februar 2013, 12:10
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Der Wirkstoff "Nor-Urso" könnte bei der Therapie der seltenen unheilbaren Lebererkrankung eingesetzt werden

Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine derzeit noch unheilbare Lebererkrankung, die zu einer Entzündung und Vernarbung der Gallenwege führt. Die klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien beforscht nun eine synthetisch hergestellte Gallensäure, mit der Patienten möglicherweise geheilt werden können, heißt es in einer Aussendung der MedUni Wien.

Die erste klinische Studien-Phase dieser künstlich hergestellten Gallensäure mit dem Wirkstoff Nor-Ursodeoxycholsäure ("Nor-Urso") ist erfolgreich abgeschlossen worden. Es hatte sich gezeigt, dass die Säure direkt am Gallengang wirkt und die Gallenwege von Giftstoffen frei spült. "Falls die Heilung mithilfe von Nor-Urso gelingen sollte, wäre das ein bemerkenswerter Durchbruch in der Hepatologie", sagt Michael Trauner von der MedUni Wien.

Die zugrunde liegenden Mechanismen der künstlichen Gallensäure werden nun in Kooperation mit der MedUni Graz weiter erforscht. Eine weitere Studie wurde bereits gestartet. Zudem wird untersucht, ob die künstliche Gallensäure bei der Behandlung von Fettleber, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose zum Einsatz kommen und derzeit übliche Behandlungsmethoden und Medikamente ersetzen kann.

Die Ursachen der primär sklerosierenden Cholangitis sind unbekannt, vor allem Menschen zwischen 30 und 40 Jahren leiden unter der Krankheit. Sie gilt als seltene Erkrankung mit schlechter Prognose, weil sie zu Leberzirrhose und Gallengangkrebs fortschreiten kann. Betroffen sind etwa 0,01 Prozent der Bevölkerung. Die mittlere Überlebensdauer der Betroffenen liegt ohne Lebertransplantation bei etwa zwölf Jahren. (APA, 26.2.2013)

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