WebOS: Käufer LG auf der Suche nach einem Plan

26. Februar 2013, 10:03
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Deal bringt gutes Ende für HP, LG schließt andere Geräte neben Smart-TVs nicht aus

Mit dem Verkauf von großen Teilen von webOS an LG hat Hewlett-Packard so etwas wie einen Schlussstrich unter die Misere gezogen, in die man beim Versuch, das System als Konkurrenz zu iOS, Android und Co. zu platzieren, gelangt war.

HP weitet Dienstleistungsangebot aus

Der koreanische Konzern erwirbt nicht alles, was an der Entwicklung des einst von Palm erfundenen Betriebssystems hängt. Konkret kauft LG den Source Code, die Dokumentation, die Webseite und übernimmt das Team, das webOS clientseitig entwickelt. Die an webOS hängenden Cloud-Dienste – App-Auswahl, Updatesystem und andere – verbleiben entgegen erster Berichte jedoch bei HP. Das Gleiche gilt für die mit webOS verknüpften Patente, die lediglich lizenziert werden.

Der Konzern sieht das laut Manager Bill Veghte als Gelegenheit, sein Dienstleistungsportfolio im Enterprise-Bereich auszuweiten. Am Ende des Tages könnte man an webOS also tatsächlich langfristig wieder was verdienen.

Noch keine Strategie

Das wird jedoch auch darauf ankommen, was LG aus seinem Neuerwerb macht. Der Elektronikhersteller will jedenfalls weiter zum Open webOS-Projekt beitragen. Was darüber hinaus mit dem System geschehen soll, weiß man aber offenbar noch nicht.

Von The Verge danach gefragt, wie webOS helfen könnte, "disruptive" Smart TV-Produkte zu entwickeln, meint Technikchef Skott Ahn schlichtweg, dass "das Umfeld sich von einer App- zu einer Web-Umgebung" wandeln wird. Die Frage nach dem wichtigsten Vorteil von webOS für moderne Fernseher beantwortete er mit zehnsekündigem Schweigen, ehe sein Kollege Samuel Chang, Vizepräsident der nordamerikanischen TV-Sparte, einwarf, dass man noch in der Entstehungsphase der Smart-TV-Entwicklung befände.

Kurzfristig soll webOS ausschließlich in Fernsehern zur Geltung kommen, andere Produkte sind aber nicht ausgeschlossen. "Je nachdem, wo unsere Pläne uns hinführen, werden wir eine Ausweitung auf weitere Geräte in Betracht ziehen", erklärt Ahn. Damit ist auch ein webOS-basiertes Smartphone eine zukünftige Option.

Besseres Userinterface als Vorteil

Freilich könnte LG auch Android, mit dem man im Smartphone-Bereich mittlerweile reichlich Erfahrung mitbringt, auf seine Fernseher installieren. Auf diesen Einwurf fiel Ahn dann doch noch ein Vorteil der eben erworbenen Plattform ein: "webOS ist teilweise besser bei der Nutzererfahrung, beispielsweise dank seiner 'Card'-Oberfläche." (red, derStandard.at, 26.02.2013)

  • LG hat ein neues System, aber offenbar noch kein langfristiges Konzept.
    foto: openwebosproject.org

    LG hat ein neues System, aber offenbar noch kein langfristiges Konzept.

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